Foto: Walter Andre
Foto: Walter Andre
Nadja Prieling - Radsportlerin aus Leidenschaft
Nadja Prieling - Radsportlerin aus Leidenschaft

Herzlich Willkommen auf meiner Homepage!

High Performance Rennradwoche in Livigno

DIE Rennradwoche für Pässe-Freaks!

Sa. 11.07. - Sa. 18.07.2020

13 Jahre voller unvergesslicher Momente! 

209 Rennen - 107 Siege - 81 Podestplätze - 6 DNF

Nach unglaublichen 13 Jahren in der Radmarathonszene widme ich mich nun meinen berufliche Zielen und ziehe mich aus dem Renngeschehen zurück.

Selbst für meinen Freund, meine Familie und meine engsten Freunde kam meine Entscheidung sehr überrraschend. Für mich stand dieser Entschluss allerdings bereits seit Herbst 2018 fest. Ich wollte meine letzte Saison im Wettkampfmodus so richtig genießen und habe deshalb niemanden etwas von meinen Plänen erzählt. Und ich kann nur sagen, ich habe jede Minute, sei es im Training oder im Wettkampf unglaublich genoßen.

Mit dem Race across the Alps und dem Ötztaler Radmarathon wählte ich meine zwei Lieblingsrennen als Saisonhöhepunkte. Die Vorbereitung lief ausgesprochen gut und ich konnte mein großes Ziel, das RATA noch einmal zu finishen, erreichen. Mit meiner 10. Teilnahme beim Ötztaler Radmarathon wollte ich das Jahr beenden, egal wie das Ergebnis aussieht. Wie jedes Jahr wurde ich mit unbeschreiblichen Eindrücken bei dieser Veranstaltung belohnt. Genau diese Highlights möchte ich in Erinnerung behalten und bin unendlich dankbar dafür was ich die vergangenen Jahre erleben durfte. Ich habe immer davon geträumt gesund und mit einer erfolgreichen Saison aufzuhören. 

Von nun an will ich mehr Zeit in meine beruflichen Ziele, als Shiatsu-Praktikerin, investieren und natürlich dem Radsport treu bleiben. Die Planung für die ein oder andere Rennradwoche im Jahr 2020 läuft bereits auf Hochtouren. Bin schon gespannt, ob ich wirklich weniger am Rad sitze als in den letzten Jahren. ;-) 

Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen bedanken, die mich in den letzten Jahren in irengeiner Weise unterstützt haben. Vielen Dank auch an meine Konkurrentinnen für die zahlreichen spanndenden Wettkämpfe und das respektvolle Miteinander. Es hat extrem Spaß gemacht mit euch!

 

Ich könnte über meine Erlebnisse der letzten Jahre seitenweise schreiben. Vielleicht mach ich das auch noch irgendwann. Inzwischen gibt es einfach eine Bildgeschichte über die schönsten Momente!

Ötztaler Radmarathon 2019 - 08:09:11 Std.

Bestens vorbereitet und voll motiviert stand ich am 1. September 2019 zum 10. Mal beim Ötztaler Radmarathon am Start. Die Atmosphäre in Sölden bereitet mir nach wie vor Gänsehaut. Einfach einzigartig welche Emotionen diese Veranstaltung bei mir auslöst.

Der Blick in die Startliste ließ schon erahnen, dass der Kampf um den Sieg dieses Jahr richtig spannend wird. Für mich kommen sicherlich zehn Damen in Frage, die auf das Podest fahren können.

Mein Fokus ist voll auf das „Knacken“ der 8 Stunden-Marke ausgerichtet. Sollte mir das gelingen, schaut auch eine sehr gute Platzierung raus.

Um 06:45 Uhr ertönte der Startschuss bei idealen Wetterbedingungen. Über 4000 Starter/innen gingen auf die 238 Kilometer lange Strecke. Mit Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch warteten 5500 Höhenmeter auf uns.

Voll konzentriert ging es die ersten Kilometer talauswärts nach Ötz. Mein Plan war, das Kühtai dieses Jahr etwas dosierter anzugehen. Das hohe Tempo der Favoritinnen Christina Rausch, Laila Orenos und Ils Van den Moeren wollte ich am Anfang nicht mitgehen. Im Normalfall habe ich auf der Passhöhe nur 1-2 Minuten Rückstand und wenn alles gut läuft, kann ich sie in der Abfahrt bzw. bei der Auffahrt auf den Brenner wieder einholen. Also, cool bleiben war meine Devise. Schlussendlich hatte ich am Kühtai ca. 2 Minuten Rückstand auf die Spitze. Ab in die Abfahrt und mit Highspeed (105,7km/h) Richtung Innsbruck. Ich kam die Abfahrt zwar zügig runter, mit einer richtig motivierten Gruppe wäre aber sicher noch einiges drinnen gewesen. Von den drei Ausreißerinnen also keine Spur.

Der Brenner war auch nicht unbedingt langsam. Zeit auf die Führenden gutzumachen war aber mit dieser Geschwindigkeit eher unrealistisch. Obwohl die Hoffnung die vorderen Damen noch einmal zu sehen immer geringer wurde, stimmte mich der Blick auf die Uhr durchaus zuversichtlich. Nach 04:05 Stunden in Sterzing angekommen, wartete der Jaufenpass auf uns. Die Mädels aus meiner Gruppe machten gleich wieder ordentlich Tempo. Auch diesmal ließ ich sie fahren. Nicht aber, weil ich immer noch taktieren will, sondern weil es einfach richtig zach von der Hand geht. Immer wieder versuchte ich mich zu motivieren, dass ich bei der Sache bleiben soll und meine Leistung nicht sooo schlecht ist wie es sich anfühlt. Die Wattzahlen passen ganz gut und das Rennen ist noch lang. Endlich am Jaufenpass angekommen, freute ich mich auf die Abfahrt. Ich liebe sie! Schon nach wenigen Kilometern konnte ich Daniela Pintarelli und gleich darauf auch Agnes Kittel überholen und mir einen kleine Vorsprung rausholen.

Daniela brauste aber schon am Beginn des Anstieges zum Timmelsjoch an mir vorbei. Mein Gefühl war mittlerweile ganz gut, so richtig laufen will es aber immer noch nicht. Es geht oanfoch zaaaach!

Sätze wie, „Fahr deinen Rhythmus und bleib einfach im Moment.“ - „Wenn du jetzt komplett abstellst dauert das ganze nur noch länger!“ - „Und außerdem ist immer noch eine gute Zeit drinnen!“ begleiteten mich die Kehren hoch zum Timmelsjoch. Bei der Einfahrt in den letzten Tunnel dann wie immer ein lautes Durchschnaufen. Ich habe es so gut wie geschafft. Nur noch der kurze Anstieg zur Mautstelle und ab in die Abfahrt nach Sölden. Nach 08:09:11 Stunden erreichte ich als 6. Dame meiner Altersklasse und 7. Dame overall das Ziel.

Fazit: Ein Ötztaler Radmarathon mit einer enorm hohen Dichte an starken Damen, der für mich nicht ganz nach Wunsch verlaufen ist. Ich bin froh, dass es mir gelungen ist die positive Ausrichtung zu bewaren und noch das Bestmögliche aus diesem Tag herausholt habe. Verpflegungstechnisch lief es wirklich perfekt. Es gab nie einen richtigen „Durchhänger“ auf das richtige Durchstarten wartete ich leider auch vergeblich. Leistungsmäßig durchaus gut, aber sicher nicht mein bester Tag.

Vielen Dank an die Burschen von BikeZeit by Stephan Mattersberger, die genauestens auf meine Wünsche und Anliegen in Sachen Material eingehen.

Danke auch an Caro und Rene von Sportscare für die tolle Unterstützung in Sachen Trainingssteuerung.

Allergrößten Respekt den Betreuen am Renntag, die jedes Jahr aufs Neue an den einzelnen Stationen ausharren. Susi am Start, Mama, Vicky und Ulli am Kühtai und im Ziel, Martina und Kathrin am Brenner, Ingrid am Jaufenpass.

Ein großes Dankeschön auch an alle Zuschauer auf der Strecke und in Sölden. Die Stimmung war wieder einzigartig!

2. Platz bei Radweltpokal u. 3. Platz beim Bergsprint

Foto: Radweltpokal

Eine Woche lang drehte sich in St. Johann in Tirol alles um den Radsport. Mit dem Radweltpokal und dem Bergsprint standen für mich zwei Rennen am Programm. Durch das sehr starke internationale Damenfeld ein perfekter Formtest für den Ötztaler Radmarathon.

Beim Radweltpokal am Montag standen hügelige 76 Kilometer an. Gleich bei der ersten Auffahrt auf die Huberhöhe bildete sich eine Spitzengruppe von drei Damen. Wir „bummelten“ weiter Richtung Kössen. Nach ein paar Kilometern zischten dann von hinten zwei Konkurrentinnen an uns vorbei. Am nächsten Hügel konnten wir eine der beiden wieder abschütteln und gingen zu viert in das lange Flachstück. Das Tempo, alles andere als hoch! Bei der zweiten Auffahrt zur Huberhöhe konnten wir wieder eine Fahrerin abhängen. Es kündigt sich ein spannender Dreikampf an! Eine der beiden setzte immer scharfe Attacken, konnte sich aber nie lösen. Auch ich versuchte das ein oder andere Mal mein Glück, hatte aber keine Chance die zwei loszuwerden. Alles deutet auf einen Zielsprint hin! Ich liege an zweiter Position, die Polin vor mir zieht an. 150 Meter vor dem Ziel gehe ich an ihr vorbei und gebe alles, um dieses Heimrennen zu gewinnen. Wenige Meter vor der Ziellinie sehe ich dann eine Fahrerin im Augenwinkel auftauchen. Leider musste ich mich um einen Wimpernschlag geschlagen geben und landete auf Platz zwei.

 

Einen Tag später stand ein 2,5 Kilometer langer Bergsprint an. Von den St. Johanner Bergbahnen geht es über 300 Höhenmeter zum Gasthof Pointen.

Der Startschuss fiel um 14:40 Uhr. Während ich eine gefühlte Ewigkeit brauchte, um in die Pedale einzuklicken, brauste das gesamte Damenfeld schon vorne weg. Endlich eingeklickt, versuchte ich die Lücke von ungefähr 20 Metern wieder zu schließen und musste schon ein paar Körner investieren. Nachdem ich die Lücke geschlossen hatte, forcierte die Polin das Tempo. Ich ließ reißen, um nicht komplett zu „explodieren“. Ich merkte schon nach ein paar Augenblicken, dass die Lücke zwar da ist aber nicht mehr größer wird. Bald konnte ich eine abgehängte Dame überholen und sah, dass Lea Horngacher auch schon zu kämpfen hatte. Meine Motivation stieg weiter an. 700 Meter vor den Zeil schloss ich auf Lea auf und konnte mich gleich darauf auch absetzten. Mittlerweile auf Platz drei liegend, hatte die Zweitplatzierte auch schon vor Augen. Mit letzter Kraft versuchte ich aufzuschließen. Vier Sekunden fehlten mir schlussendlich auf Platz zwei und 11 Sekunden auf den ersten Platz. Trotz der Schwierigkeiten am Start mit 12:56 min. noch ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis.

Vielen Dank an die zahlreichen Zuseher/innen für die geniale Stimmung auf der Strecke!

Hillclimb auf den Hahnenkamm - 2. Platz

Als erster Formtest nach meinem vierwöchigen Höhentrainingslager in Livigno stand der MTB-Hillclimb auf den Hahnenkamm am Programm. Aufgrund der sehr umfangreichen Trainingswochen waren meine Erwartungen nicht allzu hoch. Ich fühlte mich aber bereit für diesen „Durchputzer“ und hatte richtig Lust auf einen Wettkampf.

Nach einer neutralisierten Runde durch Kitzbühel ging es dann auch schon voll zur Sache. 9 Kilometer und 900 Höhenmeter waren zu bewältigen. Gleich auf den ersten Metern zischten zwei Damen an mir vorbei. Ich nahm mir vor das Rennen dosiert anzugehen und ließ mich durch das hohe Tempo meiner Konkurrentinnen nicht aus der Ruhe bringen. Gut so, denn es dauerte nicht lange und ich konnte eine der beiden wieder überholen. Auch die zweite Fahrerin hatte ich in Sichtweite und merkte, dass ich langsam aber sicher immer näher komme. Ungefähr zur Hälfte des Rennens übernahm ich dann die Führung. Ungefähr zwei Kilometer vor dem Ziel bemerkte ich dann, dass mir Bernadette Klotz dicht auf den Fersen war.

Die steilsten Abschnitte des Rennen liegen noch vor mir, also weiterhin cool bleiben und nicht das ganze Pulver verschießen. Ich spürte zwar schon ihren Atem, aber es war immer noch ein kleiner Vorsprung übrig. Am Ende der letzten steilen Rampe konnte sie aber doch aufschließen. Noch 300 Meter bis ins. Ich zog das Tempo an und eine kleine Lücke ging hinter mir auf. Voll am Limit versuchte ich das Tempo bis ins Ziel durchzuziehen, Leider war der Weg aber zu weit. 100 Meter vor dem Ziel erkannte Bernadette mein Nachlassen, attackierte gnadenlos und fuhr zum Sieg. Ich rettete mich völlig ausgepumpt ins Ziel und durfte mich trotz des misslungenen Finales mit 46:46 min. über eine persönliche Bestzeit und den 2. Platz freuen. Es war ein super spannendes Rennen mit einem gelungenen Formtest.

Vielen Dank an den Sportverein Kitzsport für die ausgesprochen gute Organisation und den zahlreichen Zusehern an der Strecke für die geniale Stimmung.

Sieg bei der Kitzbüheler Horn Bike Attack

Foto: Walter Andre

Die Kitzbüheler Horn Bike Attack wurde auch heuer wieder im Rahmen der Österreich Rundfahrt durchgeführt. Mehr als 200 Starter/innen stellten sich vor den Profis der Herausforderung Kitzbüheler Horn.

Nach der Hitze der letzten Wochen zeigte sich das Wetter am 12. Juli. 2019 von seiner besten Seite. Angenehme Temperaturen und trockenen Verhältnisse lassen möglicherweise Top-Zeiten zu. Ich persönlich war gespannt was mein Körper nach dem Race across the Alps bereit ist zu leisten. Die vergangen zwei Wochen gestalteten sich trainingstechnisch sehr moderat und mein Gefühl sagt mir eigentlich, dass ich das RATA gut  „verdaut“ habe. Um 11:45 fiel der Startschuss in der Kitzbüheler Vorderstadt. Nach einer neutralisierten Phase fing dann ab dem Högglernbauern die Zeit an zu laufen. Nachdem ich mir einen Überblick verschaffen habe, ob mir eine Dame auf den Fersen ist, merkte ich, dass alles so ist wie es sein soll.

Foto: Walter Andre

Meine Beine fühlten sich super an, mental war ich auch bereit an meine Grenzen zu gehen und von hinten sehen ich niemanden herankommen. Also, im Moment bleiben und durchziehen! Bei der Goingeralm machte ich mal einen Blick auf die Zeit. 29 Minuten sind bereits vergangen. Mit dem Wissen, dass ich noch ungefähr 12 Minuten ins Ziel brauche und durchaus eine Top-Zeit möglich ist, machte ich mich voll motiviert auf in das steilste Stück. Ist schon immer ziemlich zaaach der vorletzte Kilometer aufs Horn. Auf den letzten Kehren bekam ich dann die geniale Unterstützung der Zuschauer/innen. Die zahlreichen bekannten Gesichter spornten mich noch mal richtig an. Nach 41:25 Minuten erreichte ich als erste Dame das Ziel bei Alpenhaus am Kitzbüheler Horn. Heimrennen sind schon immer etwas ganz besonderes!

Race across the Alps übertrifft alle Erwartungen

Das RATA, wie das Race across the Alps unter Insidern genannt wird, lässt mich seit über 10 Jahren nicht mehr los. Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern als ich das erste Mal von diesem Rennen gelesen habe. Der Gedanke, die Distanz von 535 Kilometern und 14.000 Höhenmetern nonstop mit dem Rennrad zu bestreiten, löste pure Faszination bei mir aus. Bei meiner ersten Teilnahme 2014 kam ich voll an meine Grenzen und war mir während des Rennens hundertprozentig sicher, dass ich mir diese Quälerei sicher nicht mehr antun werde. Diese Gefühlslage dauerte aber nicht einmal 24 Stunden an. Schon bei der Heimfahrt feilten Martin und ich an der Taktik für die nächste Teilnahme.

2016 stand ich dann das zweite Mal am Start in Nauders und musste die unangenehme Erfahrung einer Aufgabe hinnehmen. Im ersten Moment eine Erfahrung auf die man verzichten kann. Nicht aber, wenn man die Sache gut analysiert und lösungsorientiert weiterarbeitet. Für mich war sofort klar, dass ich so meine „RATA-Karriere“ nicht beenden will.

Letztes Jahr fasste ich dann den Endschluss, dass ich im Jahr 2019 wieder an den Start gehe. Meine Mutter hat sich von ihrer Krebserkrankung wieder recht gut erholt und kann mich bei den Rennen wieder begleiten. Meine Freund Martin und mein Cousin Christoph sicherten mir ihre Unterstützung im Begleitfahrzeug zu, meine Motivation mich auf diese Herausforderung vorzubereiten war riesig und der Gedanke an diese Veranstaltung löste Gänsehaut aus. Also, kein Grund die Sache zu verschieben!

Am 28. Juni 2019 um 13:00 Uhr war es dann endlich so weit. Bereits am Vortag verkündete der Rennleiter Kurt Folie, dass der Gaviapass aufgrund eines Erdrutsches heuer nicht befahren werden kann und die Strecke verkürzt werden muss. Mit 452 Kilometern, 11.000 Höhenmeter und 11 Alpenpässe wird der Tag wohl trotzdem kein Kinderspiel. Nach kurzfristiger Endtäuschung, nicht auf der Originalstrecke fahren zu können, ist es mir schnell wieder gelungen die positiven Gefühle zurückzuholen und den Fokus auf das Wesentliche zu lenken.

Am Freitag in der Früh wurde von meinen Betreuern alles vorbereitet. Mein Menüplan gleicht dem Buffet eines Viersternehotels. Hühnersuppe mit Nudeln, Pizza, Nudeln mit Tomatensauce, Apfelstrudel, Nussschnecke, Topfengolatsche, Schinken-Käse-Weckerl mit Ananas, Melone, Bananen, Datteln, Mannerschnitten, Schokobananen, Latte Macchiatto, Schwarztee mit Honig, verschiedene Sorten an Riegel, Gels, Ensure Flüssignahrung mit Schoko-Geschmack, Salztabletten, Cola und viel Wasser mit Powerbar-Tabs Mango. Hätte ich das alles gegessen, wäre ich wahrscheinlich mit fünf Kilo mehr auf den Rippen ins Ziel gekommen.

Bei extremer Hitze ging es neutralisiert nach Prad am Stilfserjoch. Die sehr entspannte Anfangsphase ließ nette Gespräche mit meinen Mitstreitern zu und die Nervosität schnell weniger werden. Sehr dosiert fuhr ich in den Anstieg zum Stilfserjoch. Keinesfalls wollte ich ein zu hohes Anfangstempo riskieren. Die Temperatur kletterte bis auf 37 Grad und machte mir schon etwas zu schaffen. Gleichmäßig kämpfte ich mich Kehre um Kehre hoch und merkte auch mit zunehmender Höhe, dass es immer besser geht. Nach ungefähr 3 Stunden Fahrzeit überquerte ich die Passhöhe. Nach nur wenigen Minuten erreichte ich Bormio und machte mich auf den Weg Richtung Tirano. Nun wartete auch schon der steilste Berg der gesamten Runde, der Passo Mortirolo. Auch bei normalen Temperaturen ein richtig schwerer Anstieg mit Abschnitten von über 18% Steigung. Diese Rampe bei 38 Grad zu bezwingen, braucht einen starken Willen. Es war richtig brutal. Immer wieder tauchten Fahrer vor mir auf, die möglicherweise noch mehr zu kämpfen hatten als ich. Auf den letzten Kilometer machten sich auch noch Krämpfe in den Oberschenkeln breit. Wirkt nicht gerade beruhigend, wenn einen schon am dritten Pass Krämpfe plagen. Nach einer kurzen Pause auf der Passhöhe ging ich in die Abfahrt. Immer wieder machen sich leichte Krämpfe bemerkbar. Trinken, trinken, trinken war die Devise.

Locker kurbelte ich nach Edolo. Den eher flachen Anstieg nach Aprica nutze ich um einen guten Rhythmus zu finden. Schon nach wenigen Kilometern fühlte ich mich richtig gut. „So kann es weitergehen!“ dachte ich mir. Die Vorfreude auf meine Lieblingsabfahrt von Aprica nach Tresenda ließ die Sache noch leichter von der Hand gehen. In Triano angekommen, hatten Martin und Christoph das Buffet schon aufgebaut. Meine Wahl fiel auf Nudelsuppe als Vorspeise, Pizza als Hauptgang und Apfelstrudel mit Latte Macchiatto als Nachspeise und ab in den Anstieg zum Bernina. Ich könnte alleine über diese Auffahrt einen seitenlangen Bericht schreiben. Ich mach’s aber kurz: Es war der absolute Hammer! Ich glaub ich bin noch nie einen 33 Kilometer langen Anstieg so gleichmäßig gefahren. Meine Betreuer habe ich schon in Poschiavo voraus auf die Passhöhe geschickt, um dieses Gefühl der Leichtigkeit voll aufsaugen zu können. Die Abfahrten in der Nacht meisterte ich Dank der genialen Beleuchtung zügig und sicher. Danke Susi, dass du mir deine Lupine geliehen hast. Voll im Flow fuhr ich über den Albula- und den Flüelapass. Einzig die letzten zwei Kilometer am Flüela gingen etwas zäh. Mit der Aussicht auf die zweite Pause in Zernez war dieser kleine Hänger aber gleich wieder vorbei. Um 05:30 Uhr gab es dann Nudeln mit Tomatensauce zum Frühstück. Ein richtiges Katerfrühstück eben. Noch auf die Toilette und ab geht die Post. 

Unglaublich, es geht immer noch super. Der Tritt ist rund und der Druck aufs Pedal ist nach wie vor sehr zufriedenstellend. Den Ofenpass konnte ich schnell hinter mich bringen. Bei traumhafter Morgenstimmung ging es noch einmal über den Umbrailpass auf das Stilfserjoch. Auch wenn ich oben raus schon richtig zu beißen hatte, kann man nicht von einem richtigen Tief sprechen. Der intensive Duft von Bratwurst und Sauerkraut am Stilfserjoch luden nicht wirklich zum Verweilen ein. Somit stürzte ich mich gleich in die Abfahrt. In Prad angekommen kletterten die Temperaturen schon wieder über die 30 Grad Marke. Noch 35 Kilometer bis ins Ziel. Voll fokussiert nahm ich den Anstieg zum Reschenpass in Angriff. Immer wieder stellte ich mir die Frage wie spät es ungefähr sein wird. „Es ist schon wieder so heiß, es muss schon Mittag sein.“ dachte ich mir und nahm mir vor erst oben, wenn es flach wird auf die Uhr zu schauen. Mit Rückenwind kam ich wieder ganz gut in Fahrt und konnte bald die letzten Kurven des Passes erkennen. „Endlich, ich habe es geschafft!“ Ein zaghafter Blick auf die Uhrzeit. Es ist erst 11:45 Uhr! Ich konnte es kaum glauben und vergewisserte mich bei meinen Betreuer ob meine Uhrzeit stimmt. „Ja, es ist erst 11:45 Uhr!“ war die Antwort der Beiden. „Das geht sich aus unter 24 Stunden!“ antwortete ich überglücklich. Trotz der großen Freude war es jetzt aber noch enorm wichtig konzentriert zu bleiben. Die letzten Kilometer vom Reschenpass nach Nauders konnte ich richtig genießen. Immer wieder hörte ich meinen Namen von begeisterten Zusehern. Die letzten Kilometer wurde ich dann vom Rennleiterauto ins Ziel begleitet.

Ich traute meinen Augen nicht als ich nach 23:16 Stunden auf die Zielgerade einbog. Die Moderatoren, Martin Böckle und Markus Ehrensberger, machten gemeinsam mit hunderten Zusehern Stimmung der Extraklasse. Ich konnte nach der Ziellinie unter den vielen Leute gleich meine Mutter erblicken und fiel ihr um den Hals. Martin und Christoph kamen vom Betreuerauto dazu und komplettierten das Dreamteam. Danke Mama, Martin und Christoph für eure unermüdliche Unterstützung!

Diesen Zieleinlauf werde ich wohl nie vergessen. Vielen Dank an alle die dabei waren!

Es begeistert mich immer wieder aufs Neue wie genial die Girodays mit dem Kaunertaler Gletscherkaiser, dem Race across the Alps, dem Nightrace und dem Dreiländergiro organisiert sind. Man merkt einfach, dass hier Menschen mit ganz viel Herzblut am Werk sind.

Großes Kompliment möchte ich auch an Kurt Folie aussprechen. Es gehört eine ordentliche Portion Mut dazu eine Veranstaltung auf dem letzten Drücker zu organisieren. Danke Kurt du hast das super gemeistert!

Race across the Alps - Ich bin bereit! 

Am 28. Juni 2019 stelle ich mich zum dritten Mal dem härtesten Eintagesrennen der Welt!

Das RATA - Race across the Alps mit Start und Ziel in Nauders führt über 535 Kilometer und 14.000 Höhenmeter. 13 Alpenpässe in Österreich, Italien und der Schweiz sind zu bewältigen.

Seit Mitte November ist die Vorbereitung voll auf diese Herausforderung ausgerichtet. 

Mit wertvollen Skitouren- und Langlaufeinheiten im Winter und unzähligen Stunden bei Rene und Caro von Sportscare am SRM-Ergometer konnte ich mit einer guten Basis im März auf die Straße gehen.

Ein Trainingslager auf Mallorca, eines im Trentino und der Feinschliff in Südtirol ließen den Kilometer- und Höhenmeterstand wachsen. Trainingsmonate, die extrem viel Spass gemacht haben und unglaublich leicht von der Hand gingen. Diese Tatsache der Leichtigkeit schraubte meine Motivation für das Race across the Alps von Tag zu Tag höher.

Nun ist es endlich soweit!

Mit gut 6.000 Kilometern und 110.000 Höhenmetern in den Beinen geht's am Freitag, 28.06.2019 um 13:00 Uhr los. 

Mit meinem Freund Martin, meinem Cousin Christoph und meiner Mutter habe ich drei Betreuer mit dabei, die genau wissen was zu tun ist und wie sie mich in schwierigen Stunden des Rennens aufbauen können. -  Danke, dass ihr dabei seid!

Hier geht's zum persönlichen Live-Tracking

 

Über eine technische Unterstützung zum permamenten Tracken werde ich von der

FH Kärnten unterstützt. Einen speziell für Sportveranstaltungen optimierten GPS-Tracker bekam ich vom FH-Professor für Sporttelematik Dr. Helmut Wöllik zur Verfügung gestellt. Er entwickelt verschiedene Tracking- und Zeitnehmungssysteme und ist in vielen Sportorganisationen und Veranstaltungen eingebunden. Bereits bei meinem Projekt "Ötztaler Radmarathon 9+1" und der Ö3-Challenge von Heiligenblut auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe konnte ich auf die Tracking-Ausstattung der FH zählen. Robuster und kleiner als jedes Handy lässt es sich leicht in der Trikottasche mitnehmen und sendet seine Position zum Trackingportal alle 2-3 Minuten auch mehrere Tage durchgehend. 

Das gleiche Gerät war übrigens vor fast einem Jahr bei der Weltrekordfahrt Ice2Ice von Alaska nach Patagonien mit Michael Strasser mit dabei und hat seine Strecke live mitprotokolliert.

"Solange wird es aber bei mir wohl nicht dauern, aber spannend wird es dennoch.“

Viel Spaß beim Mitfiebern!

AlpentourTV live vom RATA

 

Ab Donnerstag 18 Uhr meldet sich AlpentourTV laufend mit den aktuellen Informationen aus Nauders.

 

Hier reinklicken und mitfiebern!

Glocknerkönigin 2019 auf der Ultra-Strecke

www.marathon-photos.com

Der Glocknerkönig zieht jedes Jahr über 2500 Radsportler/innen an. Die Auffahrt über die Großglockner Hochalpenstraße ist auch für mich ein absolutes Highlight. Die sehr gleichmäßige Steigung mit einem atemberaubenden Panorama macht jede Befahrung zu einem besonderen Erlebnis.

Wie im Vorjahr startete ich auch heuer wieder auf der Ultra-Strecke, die bis zur Edelweissspitze führt. 29 Kilometer und 1800 Höhenmeter waren zu bewältigen. Pünktlich um 07:00 Uhr fiel in Bruck a. d. Glocknerstraße der Startschuss. 

Von Beginn an wurde gleich ordentlich aufs Tempo gedrückt. Matthias Brändle übernahm die Führungsarbeit und brachte mich schon im Flachstück nach Fusch a. d. Glocknerstraße an meine Grenzen. Mit Mühe konnte ich die Führungsgruppe bis zur Embachkapelle halten. Die ersten Kilometer des Anstieges nahm ich sehr dosiert in Angriff, um mich von der intensiven Anfangsphase zu erholen. Es fühlte sich richtig zäh an. Trotz allem ist es mir aber recht schnell gelungen meinen Rhythmus zu finden und als Führende der Ultra-Wertung die Zwischenzeit bei der Maut zu erreichen.

In den Kehren machte ich immer wieder einen Blick zurück, ob mir vielleicht schon eine Dame auf den Fersen ist. Im Augenwinkel konnte ich auch die ein oder andere Konkurrentin erblicken, allerdings noch mit einem größeren Rückstand. Auch wenn es noch so schwer von der Hand geht, ich muss versuchen das Tempo beizubehalten. Die Aussicht auf den Sieg ließ meinen Kampfgeist wachsen. Ich will diesen Sieg unbedingt einfahren. Obwohl ich das Ziel bereits sehen kann, heißt es noch für ca. 20 Minuten die Zähne zusammenzubeißen. Endlich, die Abzweigung zur Edelweissspitze. Wieder werfe ich einen Blick zurück, um die Lage zu checken. Das geht sich aus! Mit letzter Kraft kämpfte ich mich die steilen Rampen hinauf zur Edelweissspitze. Bei unbeschreiblicher Stimmung erreichte ich nach 01:49:06 Std. als erste Dame das Ziel auf 2572 Metern.  

Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich nach meinem Sieg 2014 auf der Classic-Strecke nun auch den Titel auf der Ultra-Strecke holen konnte.

Bobbahnsprint - Vorjahressieg verteidigt!

Foto: Stephan Tischler

Ein Bergzeitfahren der besonderen Art fand auch heuer wieder im Eiskanal von Igls statt.

1,1 Kilometer und 110 Höhenmeter galt es in der Bobbahn zu bewältigen. Das kürzeste aber für mich intensivste Rennen der Saison.

Das Wetter war optimal für diese außergewöhnliche Herausforderung. Bei einer nassen Bahn wären keine absoluten Top-Zeiten möglich, da sich die Betonröhre zu einer recht glatten Angelegenheit verwandelt. Aber die Strecke präsentierte sich in einwandfreien Zustand.

Die Aufwärmphase erfolgte voll fokussiert und ich fühlte mich mental bereit für dieses hochintensive Rennen. Bei super Stimmung entlang der Strecke konnte ich mich gut überwinden und mit einer Zeit von 03:52 Minuten die Ziellinie überqueren. Wie im Vorjahr durfte ich mich über den Gesamtsieg freuen.

Mit dem Railjet zum Sieg beim Amade Radmarathon!

Mit 181 Kilometern und 2400 Höhenmetern stand heuer mein längster Amade Radmarathon am Programm. Um eine Straßensperre zu umgehen, wurde die Strecke von ursprünglich 146 Kilometern auf 181 Kilometern verlängert. Eine Änderung, die mir durchaus Freude bereitet.

Die Strecke ist, wie auch in den letzten Jahren, mit mehreren kurzen Anstiegen gespickt. Optimal um an meiner Tempohärte zu feilen. Das bestätigte sich auch schon auf den ersten Metern. Nachdem ich den ersten Anstieg durchaus kontrolliert absolvierte, ging es in der zweiten Steigung schon richtig zur Sache.

Obwohl mir keine Dame auf den Fersen war, wollte ich unbedingt die Gruppe halten, um im anschleißenden hügeligen Streckenteil zügig voranzukommen. Also, voll auf Anschlag in die Ramsau. Oben angekommen machten die Männer weiterhin ordentlich Tempo. Schließlich bildete sich eine ca. 25 Mann starke Gruppe. Volles Rohr preschten wir nach Eben. Ich im Windschatten wieder, nein immer noch, voll am Limit. Als wir zur Streckenteilung kamen, traf meine Vermutung ein. Der Großteil der Fahrer machte sich auf die mittlere Strecke und ich bog zusammen mit nur zwei Fahrern auf die lange Strecke ab. Trotz der immer wieder recht unrhythmischen Fahrweise kamen wir gut voran. Immer wieder der Blick zurück, ob endlich jemand aufschließt. Es dauerte aber über eine Stunde bis uns ein paar Mitstreiter einholten. So, jetzt geht’s wieder von vorne los. Vollstoff und ich wieder am Anschlag, zumindest im flachen und hügeligen Terrain. Bei der Labestation in Abtenau beschlossen die Jungs anzuhalten, um aufzutanken und zur Toilette zu gehen. Ich wollte aber auf keinen Fall stehenbleiben und rollte gemütlich weiter. Somit konnte ich in aller Ruhe etwas essen und mir eine kurze Verschnaufpause gönnen. Nach wenigen Kilometern brauste der Zug an mir vorbei. Schluss mit Genussradeln, rein in den Windschatten und dranbleiben!

Das Tempo blieb bis zum letzten Anstieg extrem hoch. Ich ging zögerlich in die Steigung und konnte so schnell meinen Rhythmus finden und durchstarten. Naja, ich merkte die Strapazen der letzten Stunden schon deutlich. Zu viert kämpfen wir uns ins Ziel in Radstadt. Nach 05:13:36 Stunden erreichte ich als erste Dame das Ziel. Es war ein unglaublich schnelles Rennen mit super motivierten Burschen. - Danke euch!

Vielen Dank auch an meine Mutter, die mich wieder perfekt betreut hat. Danke Mama, es ist immer besonders schön zu sehen wie du mitfieberst.

Sieg beim Imster Radmarathon

Endlich geht’s los!

Nach einer optimalen Vorbereitung im Winter mit Skitouren, Langlaufen, spezifische Rad-Einheiten am Ergometer mit professioneller Unterstützung von Sportscare, ein Trainingslager auf Mallorca im März und recht kühlen Trainingstagen Anfang Mai im Trentino bzw. in Südtirol war ich bereit für die Rennsaison 2019.

Wie immer dient das erste Rennen der Saison zur Standortbestimmung. Mit einem starken Starterfeld präsentierte sich die Startliste des 4. Imster Radmarathons. Daniela Traxl-Pintarelli und Bianca Somavilla sind von der Babypause zurück und werden das Rennfahren sicher nicht verlernt haben. Mit Monika Dietl ist eine weitere Marathonspezialistin am Start. Also, für Spannung auf den 110 Kilometern und 2200 Höhenmetern ist gesorgt.

Um 07:30 Uhr ging es bei noch nassen Straßenverhältnissen los. Bereits nach ca. 5 Kilometer gab es auch schon die erste Schrecksekunde.Vor mir kamen 5-6 Fahrer zu Sturz. Ich konnte Gott sei Dank noch rechtzeitig bremsen und einen Sturz vermeiden. - Scheibenbremsen sei Dank!

Bevor es in den Anstieg zum Holzleitensattel ging, konnte ich mich gut platzieren und mich gleich an das Hinterrad von Daniela hängen. In gewohnter Manier schlug sie gleich ein hohes Tempo an, das ich aber ohne Probleme halten konnte. In einer recht großen Gruppe fuhren wir nach Zirl und weiter nach Haiming. Wie erwartet stürmte Dani in den Anstieg zum Haiminger Berg. Mein Taktik war klar: Ich gehe nicht voll ans Limit und versuche den Anstieg mit einer gleichmäßigen Leistung von 240 Watt durchzuziehen. Dann müsste sich der Rückstand auf meine Konkurrentin in Grenzen halten. Bald bemerkte ich, dass mein Rückstand auf die Führende nicht größer wird. „Mein Plan geht auf!“ freute ich mich. Auf den letzten Metern des 10 Kilometer langen, recht steilen Berges war ich keine halbe Minute mehr zurück. Für mein Vorhaben, meine Trinkflasche am Haiminger Berg aufzufüllen, war jetzt keine Zeit. Ab in die Abfahrt und so schnell wie möglich aufschließen lautete die Devise. Sooo weit ist es ja auch nicht mehr. Ich werd’ schon nicht verdursten!

Nach ungefähr zwei Kilometern ist mir der Anschluss dann auch geglückt. Zügig absolvierte ich die Abfahrt von Kühtai, um für die letzten Kilometer eine gute Gruppe zu haben. Die letzten Kilometer führten uns eher unrhythmisch ins Pitztal. Ich fühlte mich aber wirklich hervorragend und passte mich dem Tempo der Gruppe an. Am letzten Anstieg stellte ich überraschender Weise fest, dass Daniela nicht mehr mit dabei war. Immer wieder blickte ich mich um, ob sie nicht doch noch auftaucht. - Nein, nichts zu sehen!

Voll konzentriert und sehr dosiert ging es gemeinsam mit vier Fahrern in die letzte Abfahrt nach Imst. Nach richtig coolen 03:42:33 Std. erreichte ich als erste Dame das Ziel und konnte meinen Vorjahressieg verteidigen.

Race across the Alps und Ötztaler Radmarathon als Saisonhöhepunkte 2019!

Mit dem RATA - Race across the Alps und dem Ötztaler Radmarathon stehen 2019 zwei absolute Klassiker am Programm. 

 

RATA - Race across the Alps - 535km/14500hm

 

Nach meiner ersten, erfolgreichen Teilnahme beim Race across the Alps 2014, musste ich bei meiner zweiten Teilnahme 2016 nach ca. 20 Stunden Rennzeit das Rennen frühzeitig beenden. Trotz dieser sehr schmerzhaften Erfahrung und zugleich lehrreichen bleibt die Faszination RATA ungebrochen. Bei keinem anderen Wettkampf spielen die körperliche und mentale Verfassung ein derart große Rolle wie beim RATA.

Die Vorfreude ist jetzt schon riesig und das sehr umfangreiche Training geht leicht von der Hand. - Die besten Voraussetzungen für diese Challenge!

Ötztaler Radmarathon - 238km/5500hm

 

Unglaublich! - Diese Jahr stehe ich bereits zum 10 mal beim Ötztaler Radmarathon am Start.

Ich kann mich noch genau daran erinnern als mich 2009 das "Ötztaler-Fieber" gepackt hat. Es war ein unbeschreibliches Gefühl das erste mal das Ziel in Sölden zu erreichen (09:22 Std.). Das schöne an der ganzen Sache ist, dass sich an diesem Gefühl nichts geändert hat.

Die Tage vor dem Rennen, das Kribbeln am Start und schlussendlich die Emotionen im Ziel sind immer noch überwältigend und bei keinem anderen Marathon so intensiv spürbar. 

Das war die Rennsasion 2018

17 Rennen - 14 Siege - zwei 3. Plätze - ein 4. Platz

Foto: www.sportograf.com

Seit dem letzten Rennen Anfang September sind nun schon ein paar Tage vergangen. Das Rennrad steht bereits im Keller und ich konnte, bei traumhaften Bergtouren in der Region  rund um den Großglockner, meine Erlebnisse der diesjährigen Rennsaison Revue passieren lassen.

Seit dem Jahr 2017 werde ich optimal von Rene Koller und Caroline Unterrainer von Sportscare in Sachen Trainingssteuerung unterstützt. Es zeigte sich bereits in den Wintermonaten 2018 eine gute Entwicklung der Leistungskurve. Die Kombination von strukturiertem Training und Körpergefühl scheint für mich der perfekte Trainingsansatz zu sein. Zusätzlich kam mir der schneereiche Winter entgegen. Langlauf- und Skitoureneinheiten standen im Winter im Vordergrund. Die Einheiten auf der Rolle beschränkten sich auf 2-3 Stunden die Woche.

Nach einigen Straßenkilometern im Frühling freute ich mich dann schon auf die ersten Rennen. Das ich die Saison gleich mit drei Siegen eröffnen konnte, ließ die Motivation weiter steigen. Beim ersten Saisonhöhepunkt, dem Super Giro Dolomiti in Lienz, durfte ich mich über dem lang ersehnten Sieg auf der Originalstrecke freuen. Nach weiteren Siegen beim Dreiländergiro und der Horn Attack war der Fokus ab Juli voll auf den Ötztaler Radmarathon gerichtet. 

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Mein Trainingszustand war sehr zufriedenstellend, als ich nach Livigno reiste. Drei Wochen Höhentrainingslager im Hotel Lac Salin Spa & Mountain Resort standen am Programm. Perfektes Wetter und die sensationelle Betreuung vom Hotelpersonal ließen die Form steigen. Ich war also bereit für den Ötztaler Radmarathon. Nach einem spannenden Kampf konnte ich meine Altersklasse gewinnen und den 3. Gesamtrang erzielen. Ist schon was ganz besonderes beim Ötztaler Radmarathon am Podest zu stehen. Eine Woche später durfte ich mich beim Saisonfinale in Kufstein über meinen 14. Saisonsieg freuen.

Überglücklich blicke ich auf diese erfolgreiche Rennsaison zurück und bin meinem Freund Martin, meiner Familie, meinen Sponsoren, meinen Betreuern und Freunden für die Unterstützung unendlich dankbar. Weiters möchte ich mich auch bei meinen Klienten und Klientinnen für das Verständnis bedanken. Es freut mich sehr, dass ihr mit mir mitfiebert.

 

Ich freue mich jetzt schon auf ein spannendes Jahr 2019. - Die Saisonhöhepunkte stehen bereits fest!

Nach 10 Wochen Trainingspause geht’s am 12. November 2018 wieder los! 

Sieg beim Saisonfinale in Kufstein

Foto: sportograf.com

Nach einem unglaublich ereignisreichen Wochenende in Ötztal habe ich mich im Laufe der Woche wieder sehr schnell und gut erholt. Die Motivation ist auch am Ende der Saison noch riesig. Somit gab es für mich keinen Grund beim KufsteinerLand Radmarathon nicht an den Start zu gehen.

Bei traumhaften Bedingungen wurden mehr als 550 Starter/innen auf die 125 Kilometer lange Strecke geschickt. In Summe waren 1800 Höhenmeter, verteilt auf mehrere kurze, knackige Anstiege, zu bewältigen. Am ersten Anstieg konnte ich mit der Spitzengruppe der Männer mithalten und als führende Dame in die steile Steigung nach Hinterthiersee gehen. In der anschließenden Abfahrt bildete sich eine kleine Gruppe die ordentlich aufs Gas drückte. Jeder Hügel wurde voll durchgedrückt. Ich voll am Limit im Windschatten in der Hoffnung die Gruppe zumindest bis Unterlangkampfen halten zu können. Richtung Maria Stein musste ich die starken Männer aber ziehen lassen.

Foto: sportograf.com

Schließlich wollte ich nicht wie im letzten Jahr einen Einbruch riskieren. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis von hinten die nächsten Fahrer aufschließen konnten. Ich habe mich vom hohen Anfangstempo inzwischen wieder erholt und konnte zügig in den Anstieg nach Brandenberg gehen. Landschaftlich ein absolutes Highlight der Strecke! Die verbleibenden Kilometer verliefen voll nach Plan. In Schwoich angekommen machte ich noch einmal einen Blick zurück, um zu kontrollieren, ob mir vielleicht doch noch eine Dame auf den Fersen ist. Alles im grünen Bereich, meinem Sieg dürfte nichts mehr im Wege stehen. Trotzdem noch vollste Konzentration, um nicht auf den letzten, winkeligen Metern noch einen Sturz zu riskieren. Nach 03:47:41 Stunden fuhr ich als Gesamtsiegerin in der Festungsstadt Kufstein ein. Auch das letzte Rennen als Siegerin zu beenden erfüllte mich mit unendlicher Dankbarkeit und Freude. Vielen Dank an meine Schwester Vicky für die super Betreuung!

Ötztaler Radmarathon 9+1

10 Tage - 2380 Kilometer - 55.000 Höhenmeter

Im "Flow" über alle Berge!

Seit der einzigartigen Zieldurchfahrt beim Ötztaler Radmarathon sind nun einige Tage vergangen Ich habe aber immer noch nicht ganz realisiert was ich gemeinsam mit meinem Team geschafft habe.

Bevor ich unser „Ferienlager im Ötztal mit täglichen Ausflug nach Südtirol“ noch mal Revue passieren lasse, möchte ich mich als erstes bei meiner Mutter bedanken. Seit meiner Kindheit hat sie mir uneingeschränkt die Möglichkeit gegeben meine Träume und Ziele zu verfolgen. Egal ob bei meiner Berufsausbildung oder im Sport, auf ihre Unterstützung konnte ich immer zählen. Obwohl sie bei diesem Projekt nicht persönlich dabei sein konnte, war ihre positive Energie für mich deutlich zu spüren und bei den täglichen Telefonaten konnte ich noch mal auf den vergangenen Tag zurückblicken. Danke für alles Mama!

Auch bei meinem Freund Martin möchte ich mich besonders für sein Verständnis und die tolle Unterstützung auf allen Ebenen bedanken. Es macht mich unglaublich stolz wie souverän und gelassen er die Betreuung meiner Projekte gemeistert hat. Die gemeinsame Zieldurchfahrt beim Ötztaler Radmarathon in Sölden war für mich der krönende Abschluss dieser Tage.

Solche Ziele kann man aber nur erreichen, wenn man ein geniales Team hinter sich hat. Ich kann nur sagen, dass ich wohl das beste Team überhaupt mit auf mein Abenteuer genommen habe. Die unbändige Motivation der Team-Mitglieder dieses Vorhaben erfolgreich zu beenden, ließ bei mir nicht einmal den Gedanken aufkommen, dass ich es nicht schaffen könnte. Ich bin euch allen unendlich dankbar!

Vielen Dank auch an alle die mich auf der Strecke begleitet oder angefeuert haben, die über das Internet mitgefiebert und die Daumen gedrückt haben, es war enorm wie mich das gepusht hat.

Last but not least möchte ich mich noch bei meinen Sponsoren für das Vertrauen bedanken, ohne diese Unterstützung wäre so ein Mega-Projekt nicht umzusetzen.

Photo Credit Peter Lintner

Nachdem die letzten Tage vor dem Start sehr intensiv in Sachen Vorbereitung waren, konnte ich es kaum erwarten bis es endlich los ging. Donnerstag am frühen Nachmittag bezogen wir unser Ferienhaus Peater’s Hoamat – Hotel Castello Falkner und bereiteten den ersten Tag vor. Das Kribbeln war bei allen Beteiligten deutlich zu spüren und die Anspannung kaum noch auszuhalten. Seit meiner Ankunft in Sölden war mein Fokus voll auf mein Vorhaben gerichtet. Mein Ziel lautete nicht 10 Tage in Folge den Ötztaler Radmarathon zu finishen, sondern jeden Tag die Runde des Ötztalers zu fahren und das über zehn Tage lang. Ich wollte einfach jeden Tag für sich genießen und auf keinen Fall zu weit nach vorne denken. 

Photo Credit Peter Lintner

Schon am ersten und zweiten Tag stellte sich heraus, dass meine Zeitvorgabe von 10-12 Stunden pro Runde ganz gut passen müsste. Das Team war mittlerweile perfekt eingespielt, die Übergabe an die Betreuer des nächsten Tages funktioniert reibungslos. Ich merkte wie sich meine Anspannung löste und hatte vollstes Vertrauen an meine Bande. Ich spulte Tag für Tag meine Runde ab und rechnete nun eigentlich schon mit einem schlechten Tag. Runde 6 - immer noch keine Spur von einem Einbruch. Unglaublich, wie gut es läuft. Täglich nach der Zielankunft in Sölden hatte die Crew schon meinen Regenerations-Shake und ein Jause vorbereitet. Mein Fußbad stand schon zur Abkühlung bereit und im Wellnessbereich konnte ich perfekt abschalten. Das Abendessen im Restaurant Corso sorgte für die nötige Energiezufuhr und die Massage als Tagesabschluss machte mich wieder fit für die nächste Schleife. Die relativ kurze Regenerationszeit am Abend war perfekt geplant und konnte zu 100% genutzt werden. 

Nach dem 8. Tag war ich mir ziemlich sicher, dass der konditionelle Einbruch nicht mehr kommen wird. Die mentale Anspannung wurde die letzten Tage aber wieder deutlich stärker. Schließlich mussten wir die letzten Tage auch die Erfahrung machen, wie schnell ein Unfall passieren kann und alles vorbei sein kann. Die Sache mit meiner Achillessehne brachte mich zwar nicht sonderlich aus der Ruhe, aber wissen kann man es auch nie wie sich das bei dieser außergewöhnlichen Belastung entwickelt. Tag 9 – die Anspannung war enorm! Meine Bitte an das Team war, dass mich unbedingt Evelyn oder Christoph, sie sind beide Physiotherapeuten, mit auf die Strecke gehen. Nur um auf Nummer sicher zu gehen, falls meine Achillessehne Probleme macht. Richtung Brenner stand dann schon die erste Behandlung durch Evelyn an. Die Spannung löste sich aber schnell wieder und ich konnte nach ein paar Minuten wieder weiter fahren. Nach einer kurzen Behandlung am Brenner, Jaufenpass und in Schönau habe ich auch meinen schwierigsten Tag noch gut hinter mich gebracht. – Die Vorfreude auf das Finale war riesig!

Gemeinsam mit 4300 Radsportbegeisterten ging ich auf meine 10. Runde.

Unglaublich, dieses Gefühl! Ich wollte auch die letzten Kilometer ohne Zeitdruck absolvieren und konnte das einzigartige Flair des Ötztaler Radmarathons richtig genießen.

Problemlos und mit „Dauer-Gänsehaut“ wurde dieser Sonntag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Im Ziel wartete schon das gesamte Team und hunderte Zusehen auf meine Ankunft. Martin Böckle und das Moderatorenteam sorgte für Mega-Stimmung und bereitete mir einen genialen Empfang.

Vielen Dank an alle die dieses Projekt unterstützt haben und es zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

Tag 10/10 - Das Finale - Bericht von Martin

Puuh, schon wieder klingelt der Wecker um 5 Uhr, aber heute zum letzten mal. Unser Basecamp hat sich mittlerweile komplett gefüllt und alle laufen nervös durch die Gänge. Zum Glück muss ich schon früh am Start sein, denn das ist ja kaum auszuhalten wie nervös die alle sind. Nadja wirkt auch am 10 Tag noch voll fokusiert und freut sich glaub ich auf diese letzte Runde mit so vielen Gleichgesinnten. Im 2. Startblock bekomme ich mit, dass Nadja und einige vom Team auch schon zum Start gekommen sind.

Dann um 06:45 Uhr geht’s endlich los. Mit einer Monstergeschwindigkeit rase ich Richtung Ötz um so schnell wie möglich auf Nadja aufzuschließen. Noch vor Längenfeld sehe ich sie schon im Schneckentempo dahinrollen. Nachdem uns gefühlte 4000 Radfahrer/innen überholt hatten ging es in den ersten Anstieg. Ohne Probleme meisterten wir diese Hürde, die Achillessehne scheint zu halten. Gott sei Dank. Von Innsbruck auf den Brenner zogen uns die Burschen vom BikeZeit-Express. Die Stimmung war hervorragend. Bei der Labestation am Brenner, welche von unserem Hausherrn Josef Falkner betreut wurde, stärkten wir uns noch mal kräftig, denn jetzt kommt der Lieblingsabschnitt von Nadja. Schon auf den ersten Kilometern merkte ich, dass sie auch heute keine Schwächen zeigen wird. Es war genial wie wir den Jaufen und auch das Timmelsjoch raufflogen. Es motivierte mich unglaublich wie sie das macht, immer wieder die aufbauenden Worte von ihr zu hören, einfach einmalig. Oben angekommen, merkte ich dann schon, dass es ihr die Tränen in die Augen drückte. Wir brauchten aber noch 100%ige Konzentration für die Abfahrt. Dann die Zieleinfahrt! Das ganze Team und hunderte Zuseher warteten auf uns. Ich kann es kaum glauben, dass Nadja die 10 Runden geschafft hat und war überglücklich mit ihr gemeinsam meinen ersten Ötztaler Radmarathon gefinisht zu haben. Auch heute wieder mit einer Zeit von 10:33 Std. und das Beste, ich war noch 2 Minuten schneller als sie – YESSS!!!!

Bei einem ausgiebigen Abendessen im Restaurant Corso war die Erleichterung bei allen beteiligten deitlich zu spüren.  

Tag 9/10 Bericht von Martin Curly, Evelyn und Chrie

Das ganze Team ist mittlerweile so eingespielt, dass wir heute schon um 06:07 Uhr gestartet sind. Es dauerte einige Kilometer, bis Nadjas Gelenke und Muskeln wieder auf Betriebstemperatur waren. Das Kühtai wurde wieder in einem zügigen Tempo erklommen. In Innsbruck wurden wir erstmals auf das erhöhte Verkehrsaufkommen aufmerksam. (1. Stau) Nur langsam kamen wir voran. Die ersten zwei Drittel des Brenners verliefen sorglos, aber dann machte sich die Achillessehne bemerkbar. Nach kurzer, intensiver Behandlung durch Eveline konnte das Abenteuer fortgesetzt werden und der Brenner konnte mit zusammengebissenen Zähnen hinter uns gebracht werden. Am Brenner war eine längere Pause notwendig. Mit Eis und Zippis Wunderhänden konnte die Wade und die Sehne wieder auf Vordermann gebracht werden. Zusätzlich wechselte Nadja das Rad, weil sie eine leichtere Übersetzung haben wollte. Leider konnte die Abfahrt nicht zügig absolviert werden, da uns der Kolonnenverkehr das Leben schwer machte. Mit Zeitverzögerung von ca. einer Stunde konnten wir dann den Aufstieg zum Jaufen in Angriff nehmen. Bald schon fand Nadja wieder ihren gleichmässigen Tritt und so konnte auch eine Überlastung der Problemzonen vermieden werden. Auf der Passhöhe erwarteten uns schon Ralph, Franz und Chrie, die bereits einen Apfelstrudel für den Magen und Eis für die Wade besorgt hatten. Franz trafen wir zufällig am Jaufenpass und er begleitete Nadja bis auf das Timmelsjoch. Wir waren sehr froh über seine Unterstützung, da sich so Martin und Eveline ein bisschen ausruhen konnten. Wir waren heute so spät dran, dass es am Timmelsjoch rauf schon schattige Stellen hatte. Dadurch war es nicht so heiss. Die letzte Abfahrt brachten wir zügig hinter uns. Nach einer Zeit von 11:53 Std. wurde Nadja von der ganzen Bande mit lautem Jubel im Ziel empfangen. Wir freuen und schon auf das morgige Finale.

Tag 8/10 - Sie fährt und fährt und fährt - Bericht von Susi

„Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ich kann nur sagen – es läuft. Und wie!

Frühstück mit Nutellabrot, Tee, Müsli. Anziehen, los geht’s. Wir werden immer schneller,

heute starten wir bereits 5 min früher. Nadja und 4 Edelhelfer. Ab geht’s nach Ötz.

Bei unserem ersten Stop in Ötz – lehne ich verschlafen am Auto, als ein junger Mann mit

seinem Auto neben mir hält. Begeistert fragt er mich, ob er grad an Nadja vorbeigefahren ist.

Er kommt aus Sölden und hat sie jetzt jeden Morgen auf seinem Weg zur Arbeit gesehen und findet ihre Leistung Wahnsinn!

Schon krass, dass mittlerweile so viele fremde Nadja auf der ganzen Strecke anfeuern und

auch anhalten für einen kleinen Plausch mit unserer Heldin oder sogar um ein Autogramm

bitten.

Nach wenigen Höhenmetern am Kühtai merken wir – Nadja ist wieder on Fire. Und das bemerkenswerte ist – Nadja hat wirklich immer noch Spaß dabei. Die Pässe werden abgeradelt wie nix. Nadja fährt und fährt und fährt. Der Motor läuft da ruckelt nichts. Der einzige der etwas lahmt ist, ist das Begleitfahrzeug. Flott geht da nichts, deshalb fahre ich gemütlich und beeile mich mit der Verpflegung, denn viel Vorsprung ist nicht drin.

Roadcaptain Christoph macht die Pace. Vor allem Downhill wird nicht getrödelt.

Am Jaufenpass  - wie jeden Tag – werden wir mit „Servus, da seid ihr ja wieder“ begrüßt und der komplette Vorrat an Apfelstrudel wird aufgefuttert, um den letzten „Riegel“ (steirisch für Berg) des Tages bei fast tropischen Temperaturen zu beradeln. Auch Joseph kann heute nicht still halten und fährt die letzten Kehren wieder einmal mit.

Am Gipfel werden Nadja und ihr Radteam mit Laola begrüßt und dann wieder Vollgas, aber sicher runter und hurrahhh alle kommen gesund und fröhlich im Ziel an.

Wieder eine Runde geschafft. Großartig – nur noch 2. Voll im Flow! Viel Glück für morgen!

Ich bin mir sicher du rockst das Ding!!!!!!!!!!!!

Tag 7/10 - Bericht von den beiden "Gecrashten" 

Abfahrt heute wieder um 06:15h mit Nadja, Christoph, Josef und Martin. Heute wieder von Beginn an eine hochmotivierte und von den Strapazen kaum geplagte Nadja vorne weg.

Bis Kühtai lief bei wieder perfektem Wetter alles problemlos. Bei der Abfahrt vom Kühtai hatten Nadja und Josef einen Top-Speed von 103 kmh; Christoph war vorne weg. (diesmal können wir keine Rücksicht mehr auf die Familie zu Hause nehmen. Sorry.)

Auf Höhe Auffahrt zum Brenner haben wir das demolierte Rad von Othmar an ihn übergeben. Konni war wieder ab Brenner an unserer Seite. Vielen Dank für seinen 6. Einsatz!

Es schien nun so, dass wir ohne Probleme oder Zwischenfälle zurück nach Sölden kommen würden. Aber dann…. Passierte leider doch noch etwas.

Bei der Auffahrt Timmelsjoch: Die zwei bereits in Sölden gestarteten Fahrer Martin und Josef hatten bei geschätzten, rasanten 7 kmh einen sensationellen Crash. Beide gingen zu Boden. Nach notdürftiger Reparatur der Räder und tatkräftiger Unterstützung von Evelyn konnten beide bis ins Ziel nach Sölden zurück fahren. Die blutenden Wunden wurden natürlich nicht beachtet. Nadja hat sich von all den Störversuchen zum Glück nicht aus der Spur bringen lassen und ist ihr Tempo unbeeindruckt weitergefahren.

Nach 10 Stunden und 37 Minuten hat Nadja auch heute wieder ihre Runde großartig gefinisht. Das war der siebte Streich; der Achte folgt morgen zugleich!

Tag 6/10 - Bericht vom Murtal-Express

6:15 Uhr Start mit Christoph und Carina bei wieder herrlichem Wetter. Bei absoluter Windstille kommen wir gut voran. Nach ca 15 km die erste richtig knappe Aktion. Ein Auto macht vor einer Ampel, die am Vortag noch nicht da war, eine Vollbremsung. Christoph kann einen Auffahrunfall gerade noch verhindern. Leider war das erst der Beginn eines äußerst turbulenten Tages (dazu später).

Zu Beginn waren heute bei Nadja die Beine noch etwas problematisch, es sollte sich jedoch zeigen, dass sie nur eine kurze Anlaufzeit brauchten. Auf das Kühtai war davon nichts mehr zu merken.

Die Abfahrt war zügig und toll mit einem Geschwindigkeitsrekord (den wir aus Rücksicht auf unsere Familie nicht nennen).

Auf den Brenner waren wir auch heute wieder eine 8 Mann starke Gruppe. Es ist ein Wahnsinn welche Dynamik sich mittlerweile gebildet hat. Auf der Strecke jubeln vereinzelt unbekannte zu, auf den Pässen warten Radfahrer auf Nadja, und wollen sehen wie´s ihr geht… es ist super. Und so war auch heute der Brenner wieder ein Pass „eher zum Ausruhen“.

Am Brenner wird wieder gewechselt, Christoph ins Auto – Martin und Evelyn (nach 40minütiger Starthilfe bei Carinas Auto) aufs Rad. Und los geht´s in Richtung Jaufen.

Am Jaufenpass hat die Sonne schon richtig eingeheizt. Voller Elan starten wir zu siebent in den Anstieg. Dann nach ungefähr 10km der Schreckmoment: ein Auto kracht in einer Kurve von hinten in unsere Gruppe. Othmar (unser Schlussmann) bleibt verletzt am Boden liegen. Nach Abriegelung der Unfallstelle, Alarmierung der Rettungskräfte und der Aufforderung von Othmar „foahrts weiter“, wurde der Jaufenpass erklommen. Da uns der Schrecken immer noch im Nacken saß nahmen wir bei der Abfahrt gehörig Tempo raus. Aber am Fusse des Timmelsjochs fassten wir uns wieder und Nadjas Beine zappelten wie am ersten Tag den Berg hinauf. Glücklich und mit den Gedanken bei Othmar erreichten wir nach 10:33 Std das Ziel!

Das gesamte ÖRM 9+1 Team wünscht Othmar auf diesem Weg gute Besserung und baldige Genesung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Tag 5/10 – Erlebnisbericht von Evelyn

Planmäßiger Start 06:15 Uhr bei idealen Bedingungen und einer topfiten und bis in die  Haarspitzen motivierten Nadja, der auch am 5. Tag die Strapazen nicht anzumerken sind.

Einzig das Betreuerteam zeigte Schwächen, als bei der Übergabe des Betreuerautos am Brenner, von Christoph an Evelyn und Martin, darauf vergessen wurde den Autoschlüssel im Auto zu lassen. Zum Glück begann der Schlüssel Mitte des Jaufenpasses in Christophs Trikottasche seinen Rücken wund zu scheuern, wodurch er auf seinen Fehler aufmerksam wurde. Alles halb so schlimm die Wunde wird wieder heilen.

 Konny opferte sich und fuhr die Strecke vom Jaufenpass zum Brenner in Rekordzeit zurück, um den Schlüssel zum Betreuerauto zu bringen.

Inzwischen wurde Carinas  Marschverpflegung verbraucht, und Christoph kaufte beim Alpenhaus am Jaufenpass Apfelstrudel.   

Rekordverdächtig war die 10 Mann starke Gruppe die sich am Brenner bildetet um unsere Nadja zu unterstützen, und so wurde auch die 5. Ötztalrunde bravorös gemeistert.

Im Ziel lachte nicht nur die Sonne vom Himmel, wir alle sind glücklich und stolz auf unsere Nadja! Finisherzeit: 10:28h

Kurzresumee von mir (Christoph): Troootl würde Nadja´s Martin sagen, ich hab dafür all meine Trink- und Essensreserven an Nadja abgegeben. Dafür hab ich auf das Timmelsjoch Blut geschwitzt. Nadja war auch ohne Auto top versorgt und hatte nie das Gefühl, dass die Reserven zu Ende gehen. Irrsinnig ereignisreicher Tag mit den Murtaler Experten.

Tag 4/10 - Bericht von Christoph

Wie immer… erste Tagwache um 3 Uhr Morgens, die Blase will nicht mehr. Gott sei Dank kann ich sonst gut schlafen. Um 5 Uhr ist dann die wirkliche Tagwache mit gemeinsamen Frühstück. Heute hat Christoph ein Bircher-Müsli vorbereitet – Lecker.

Start wieder pünktlich um 6:15 Uhr, heute bei trockenem aber natürlich um diese Uhrzeit kaltem Wetter.

Heute sind mit mir die Abfahrtsspezialisten – Christoph und Martin – am Start,

für mich heißt dass in der Steigung einen Vorsprung herausholen . :-)

Wir kommen zügig bis nach Ötz, auch das Küthai bringe ich zum 4. Mal super hinter mich. Oben eine kurze Jause und schon geht’s mit rasanten 96 km/h wieder runter. Einzige wirkliche Gefahrenquelle sind die Butterhirschen die immer wieder auf der Straße stehen.

Mit super Rückenwind kommen wir heute bis Innsbruck wo uns Konny schon wieder erwartet und auch heute wieder, gemeinsam mit Christoph, die Führungsarbeit bis zum Brenner übernimmt (Danke Konny).

Ich fühle mich auch heute wieder super und mich wundert es, dass die Beine noch nicht müder werden. Mit diesem Gefühl kann ich auch den Jaufenpass ohne Probleme bewältigen. Mein Martin ist heute total super in Form und hat mit Küthai und Jaufenpass heute bereits den 2. Pass mit mir gefahren. In der Abfahrt gab´s dann die erste Panne: ein Platter bei Christoph. Der Schlauchwechsel dauerte aber nicht lange und er konnte uns am Beginn des Timmelsjochs wieder einholen.

Das Timmelsjoch, einer meine Lieblingspässe, war auch heute wieder ein langer Anstieg, der Dank Blödelein und lustigen Diskussionen mit Martin und Christoph schnell vorüber ging.  Auf der Passhöhe quälte uns noch kurz sturmartiger Gegenwind, aber nachdem der 4. Tag schon wieder so toll gelaufen ist, konnte auch das uns nicht mehr stoppen. Und so erreichten wir nach 10 Std. 34 min das Ziel.

Dank der eingelegten Pausen und den Snacks die ich ständig zu mir nehme fühle ich mich auch heute wieder total super aber natürlich müde.

Abendessen mussten wir heute zu Hause (das Restaurant Corso hatte Ruhetag), aber die Nudel mit Sauce von Christoph und der Salat von den heute angereisten Zippis (Martin und Evelyn Zipper) waren nicht nur sättigend sondern auch ein „herzeigbares kulinarisches Kuriosum“.

Jetzt ein paar Worte von mir: Ich bin begeistert von deiner Disziplin und deiner mentalen und physischen Stärke. Am 4. Tag diese Strecke in dieser Gleichmäßigkeit zu bewältigen verlangt, dass man seinen Körper kennt und auf seine Stärke vertraut. Beides ist bei dir der Fall. Ich bin begeistert und freue mich auf die nächsten 6 Tage mit dir. Das wird der Wahnsinn und wir werden das als Team durchziehen.

ALSO: bis Morgen 5 + 1

Tag 3/10 – am Tag als der Regen kam – Bericht von Susi

4 Uhr  - Regentropfen, die an mein Fenster tropfen. Leider hat sich das bis zum

Start um 6:15 Uhr nicht geändert. Tapfer fahren - dick in Regenklamotten eingepackt -

Nadja und ihre Edelhelfer Hansi und Fritz (ehemals Oli) zum dritten mal Richtung Ötz.

Ich habe meinen Joker gezogen und fahre mit Martin zunächst im Begleitfahrzeug.

Am Kühtai wurde Nadja von der Presseabteilung ihres Teams interviewt. Sie sah gut aus

und hat auch das Kühtai zum dritten Mal super gemeistert.

Der Regen wurde zwar weniger, aber auf der Abfahrt war es gruselig kalt.

Vor Innsbruck habe ich mich dann von meinem kuscheligen Pelzschuhen und Martin getrennt, schade eigentlich, denn ich habe ziemlich viele Insider von Nadja erfahren.

In Innsbruck haben dann die beiden Raketen Georg und Konny die Führungsarbeit bis zum Brenner übernommen. Vielen Dank Jungs – das war spitzenmäßig.

Am Brenner hat uns dann leider die Wetterfee mit Starkregen beglückt. Na gut, wieder dick angezogen und Vollgas runter nach Sterzing. Super auch, dass meine angeblich top wasserdichten und von Profis angepriesenen Überschuhe gefühlte 3 Sekunden wasserdicht waren. Da war Nadja natürlich mal wieder schlauer mit ihrer Frischhaltefolie. Auch ein Profi halt. Ab dem Jaufen war dann wettertechnisch alles gut und es wurde dann am Timmelsjoch noch richtig sonnig. Auch an ihrem 3. Tag ist sie den Jaufen in ihrem Rhythmus hochgefahren, wie wenn gestern und vorgestern nichts gewesen wäre. Nadja – der Wahnsinn – du hast meinen allergrößten Respekt und bist eine Maschine.

Dann noch schnell übers Timmelsjoch – gmade Wiesn!

Zeit im Ziel 10:58 Uhr – wieder mal eine top Zeit! Nadja du bist meine Heldin! Das war ein

großartiger Tag und ich hatte so viel Spaß mit dir zusammen Rad zu Fahren! Ich bin stolz, dass ich in deinem Team sein darf.

Nadja – hier mein Motivationsspruch für morgen:

„Stärke entspricht nicht physischer Kraft, sondern einem unbeugsamen Willen“(Mahatma Gandhi). Und Nadja – das hast!

Und nur noch 6+1! Cooool!

Tag 2/10 - Bericht von Chrie - die mitleidende Tante

5 Uhr Morgens – fröhlich sprang ich aus dem Bett. Geschlafen hatte ich sowieso nicht (Anmerkung der Redaktion – dann hat wohl jemand anderer geschnarcht).

Nach dem Frühstück ging es noch in der Dämmerung los. Nach meinem Empfinden

hätten wir ruhig später starten können. Mit meinem Mann Ralph machten wir uns auf den Weg Richtung Kühtai. Erst durch die Betreuung von Nadja ist mir bewusst geworden, wie steil und lang dieser erste Pass ist. Als wir sie das erste Mal trafen konnten wir ihr Strahlen schon von weitem sehen und die Begeisterung schwappte auf uns Betreuer über. Bei jedem folgenden Pass war ich fast überwältigt, wie viel Leistung in so einer Runde steckt. Am Brenner hatten wir heute extrem viel Verkehr. - Stau ohne Ende. Wir waren froh, dass Georg auch heute wieder ab Innsbruck die Führungsarbeit übernommen hat. Ich staunte am Jaufenpass, wie schnell uns die Radfahrer wieder bis zum abgemachten Treffpunkt gefolgt waren. Das Timmelsjoch war für mich schier unendlich. Das Wissen, dass Nadja auch noch diesen Berg nach so vielen Kilometern und Höhenmetern bewältigen muss war für mich unbegreiflich. Obwohl es auf der Passhöhe zu regnen begann kam Nadja auch auf dem letzten Pass mit einem Lächeln an. Das machte mich richtig stolz. Ralph und ich waren froh als die Radfahrer (Nadja, Martin und Josef) zwar klatschnass aber voll zufrieden nach 10:06 Std. in Sölden ankamen. 

Tag 1/10 - Bericht von Josef Czernin

Die erste Gruppe (Nadja, Martin, Ludwig, Josef und Martina) hat gestern das Haus in Sölden bezogen. Die Unterkunft im Castello Falkner ist super gemütlich und sehr zentral gelegen.

Heute standen wir um 5 Uhr auf. Um 6.15 Uhr starteten wir bei optimalem aber kaltem Wetter das Projekt Tag eins. Josef und Martin begleiteten Nadja heute die ganze Strecke lang mit dem Rad. Im Laufe der Strecke haben sich immer wieder RadfahrerInnen bei uns eingeklinkt um Nadja zu unterstützen. Die Versorgung von Ludwig und Martina hat perfekt geklappt. Vielen Dank dafür. Am Jaufenpass war das Wetter leider einmal etwas regnerisch. Wir liesen uns dadurch aber nicht entmutigen. Die ganze Strecke konnte ohne irgendwelche Zwischenfälle gefahren werden. Erfreulicherweise war über den Brenner weniger Verkehr als erwartet. Auffahrt Timmelsjoch war jeder auf sich alleine gestellt. Das Live Tracking hat den ganzen Tag super funktioniert. Die Zuhausegebliebenen gaben immer wieder Rückmeldungen und feuerten uns an.

Heute waren wir 9 Stunden und 56 Minuten unterwegs.

Müde aber zufrieden gehen wir ins Restaurant Corso essen und freuen uns schon auf Pizza und Pasta.

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© Nadja Prieling - Radsportlerin aus Leidenschaft