Nadja Prieling - Radsportlerin aus Leidenschaft
  Nadja Prieling - Radsportlerin aus Leidenschaft

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Enttäuschung beim Race across the Alps 2016

Nach meiner erfolgreichen Teilnahme am härtesten Eintagesrennen der Welt 2014 wollte ich mich dieser Herausforderung in diesem Jahr noch einmal stellen. Trotz der absoluten Grenzerfahrung vor zwei Jahren ist meine Faszination für dieses Rennen nicht kleiner geworden.

Voll motiviert reiste ich mit meinen Betreuern Martin und Christoph am Donnertag nach Nauders. Martin, mein Freund, und Christoph, mein Cousin, sind wohl die zwei Männer die mich am besten kennen und ganz genau wissen was ich wann brauche.

Meine Freude war riesig, dass sie sich diesem Abenteuer stellten und mich auf den 535 Kilometern und 14500 Höhenmetern begleiteten.

Am Freitag um 13 Uhr fiel bei extremer Hitze der Startschuss für die 16. Auflage des Race across the Alps. Das Anfangstempo der Topfahrer ließ es zu, dass ich zusammen mit der Spitze in das Stilfserjoch fuhr. Von nun an hieß es alles rund herum ausblenden und den eigenen Rhythmus fahren. Mit jeder Kehre wurden die Temperaturen etwas angenehmer und ich konnte den ersten langen Alpenpass gut hinter mich bringen. Viel Essen und natürlich noch umso mehr trinken ist bei diesen sehr langen Rennen das Wichtigste. Meine Betreuer reichten mir ständig verschiedene „Snacks“ und volle Trinkflaschen. Auch den Gavia Pass absolvierte ich ohne Probleme, ich bin mittlerweile richtig gut in Schwung gekommen, es machte einfach nur Spaß. Über Ponte di Legno und dem Passo Aprica näherten wir uns dem steilsten Abschnitt des Rennens, dem Mortirolo. Obwohl es schon nach 20 Uhr war, zeigte das Thermometer immer noch 30 Grad an. Es war drückend schwül und der Respekt vor diesem schwierigen Berg groß. Meine Getränke wurden mir viel zu süß, das Essen schmeckte mir nicht wirklich, egal was ich angeboten bekam, es war kaum runter zu bekommen. Mit Wasser und eigentlich viel zu wenig energiereicher Nahrung kam ich gut über den Mortirolo und war bereit für die Nacht. Noch einmal über den Passo Aprica um dann bei Dunkelheit den Berninapass in Angriff zu nehmen. Eine Auffahrt mit 30 Kilometern und 1900 Höhenmeter am Stück. Bei Nacht ein ganz besonderes Erlebnis, auch wenn ich die letzten Kilometer ziemlich zu kämpfen hatte. Bevor es in die Abfahrt ging, musste ich unbedingt trockene Kleidung anziehen. Bei dichtem Nebel und eisigem Wind tastete ich mich die Gott sei Dank sehr gut ausgebaute Straße hinunter. Müdigkeit machte sich bemerkbar und so legte ich in Samedan einen Powernap von 15 Minuten ein. Um 4 Uhr ging es gut ausgeschlafen weiter

Die Beine fühlten sich hervorragend an, nur das Problem mit der Nahrungsaufnahme blieb weiter bestehen. Egal was, es wollte einfach nichts runter. Alleine der Gedanken ans Essen war schrecklich. Richtung Davos merkte ich mit jedem Meter deutlicher, dass die Reserven langsam aber sicher zu Ende sind. Den Flüelapass, mit seiner eigentlich sehr angenehmen Steigung, kam ich kaum noch hoch. Kurz vor Zernez legte ich mich noch mal für 15 Minuten hin und wir hofften, dass ich mich wieder erhole und vielleicht doch wieder zu Kräften komme. Nach weiteren 10 Kilometern kam aber dann das Aus. Der Druck aufs Pedal war gleich Null und ich konnte mir absolut nicht vorstellen wie ich den Ofenpass, den Ümbrailpass und den Reschenpass noch schaffen soll. Meine Betreuer ermutigten mich dann doch noch mal zum Weiterfahren. Leider hielt meine Zuversicht nicht lange an und somit entschied ich mich nach knapp 22 Stunden, 430 Kilometer und 11ööö Höhenmetern für die Aufgabe des Rennens.

Enttäuscht ging es mit dem Auto zurück nach Nauders, noch ins Zielgelände, um über die Geschehnisse zu berichten und natürlich noch zur Siegerehrung, um die Finisher zu feiern und die geniale Stimmung zu genießen.

Vielen Dank an Martin und Christoph für die sensationelle Betreuung, Chrie und Ralph für die Unterstützung am Samstag und allen die mir zuhause die Daumen gedrückt haben. 

RATA - Race across the Alps

 

Das Race across the Alps ist das härteste Eintagesrennen der Welt. Die Strecke führt über 535 Kilometer und 14500 Höhenmeter. 13 Alpenpässe in Österreich, Italien und der Schweiz sind zu bewältigen. 

Der Startschuss fällt am Freitag, 24.06.2016 um 13 Uhr in Nauders.

 

Unter folgenden Link könnt ihr live mitfiebern und mein Abenteuer über die Alpen genau verfolgen.

http://www.trackmyrace.com/cycling/event-zone/event/race-across-the-alps-2016/

 

Ich freue mich auf ein spannendes Rennen und danke euch schon im Voraus fürs Daumendrücken!

Sieg beim Super Giro dolomiti in Lienz

Soll ich oder soll ich nicht? Diese Frage geisterte die ganze Woche vor dem Super Giro dolomiti in meinem Kopf herum. Grund dafür war die schlechte Wetterprognose für das Wochenende. Am Donnerstag fällte ich dann endgültig die Entscheidung am wohl schwierigsten Radmarathon der Saison teilzunehmen. Schließlich ist das Rennen ein perfekter Formtest für das in knapp zwei Wochen stattfindende Race across the Alps in Nauders. 

Die Anreise am Vortag erfolgte bei strömenden Regen und ich stellte mich auf einen Wettkampf mit schwierigen Bedingungen ein. Sonntags wurden wir erstaunlicherweise bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen um 06:30 Uhr in Lienz losgeschickt. Ausgerüstet mit ausreichend warmer Kleidung, um für den angekündigten Schlechtwettereinbruch gewappnet zu sein, ging es über den Gailbergsattel, der Plöckenpass führte uns nach Italien wo nach einem weiteren kürzeren Anstieg der Scharfrichter des Tages, der Monte Zoncolan, auf uns wartete. Mit einer Durchschnittssteigung von 12% auf 10 Kilometer, davon 6 Kilometer wohl jenseits der 16%, ein Berg der selbst den Profis beim Giro d`Italia das Fürchten lehrt. Nach dieser Herausforderung führte die Strecke erneut über den Plöckenpass zurück nach Österreich. Als letzte Aufgabe stand noch das nicht enden wollende Lesachtal auf der Marschtabelle. Ein Tal mit ca. 40 Kilometern Länge mit unzähligen giftigen Rampen. Am Kartitscher Sattel angekommen, fehlten uns nur noch 25 flache Kilometer bis ins Ziel nach Lienz.

Ich freute mich richtig auf diesen Marathon mit seinen 211 Kilometern und 5200 Höhenmetern.

Schon am Gailbergsattel konnte ich mich von meiner stärksten Konkurrentin, Lorraine Dettmer aus Kärnten absetzen und in Führung gehen. Ich hängte mich an eine schnelle Männergruppe und raste Richtung Plöckenpass. Im mittleren Teil des Passes müsste ich diese Gruppe aber ziehen lassen. Das Tempo war mir einfach zu hoch und ich wollte keinen Einbruch riskieren. In einer kleinen Gruppe absolvierte ich die folgen Kilometer bis Ovaro. Von nun an begann für mich ein langes Einzelzeitfahren. Den Monte Zoncolan, die steilste Rampe die ich je gefahren bin, konnte ich gut hinter mich bringen. Rein in die anfangs schwierige Abfahrt und etwas erholen. Einsam und alleine fuhr ich zurück Richtung Plöckenpass. Ich fühlte mich hervorragend und beim Blick zurück war weit und breit niemand zu sehen. Bei ausgezeichneter Stimmung auf der Passhöhe schnell meine Flasche auffüllen und ab in die Abfahrt. Wie immer am Anfang des Lesachtals kämpfte ich ein wenig mit meinem Rhythmus, ließ mich aber nicht aus der Ruhe bringen und konnte das lange Tal ohne gröbere Schwierigkeiten recht zügig absolvieren. Kurz vor dem Kartitscher Satte ist es mir gelungen auf einen Fahrer aufzuschließen. Perfektes Timing um das letzte Flachstück ins Ziel nicht auch noch alleine fahren zu müssen. Nach wenigen Kilometern war ich schließlich zusammen mit drei Männern unterwegs nach Lienz.

Überglücklich rollte ich nach 07:51 Stunden als Damen Gesamtsiegerin über die Ziellinie.

Es war ein genialer Tag mit einer perfekten Renneinteilung, der Fokus passte über die gesamte Distanz und die Zuschauer entlang der Strecke machen diesen Erfolg unvergesslich.

 

Vielen Dank an meine Betreuer Sigi und Martina für die perfekte Verpflegung!       

Glocknerkönig 2016 - Sieg in der Altersklasse

Auch 2016 stand der Glocknerkönig wieder als Fixpunkt in meinem Rennkalender.

Unglaubliche Emotionen bringe ich seit meinem Sieg 2014 mit dem Glockner in Verbindung. Gänsehaut schon bei der Anreise, Gänsehaut am Start, Gänsehaut im Ziel. - Einfach unbeschreiblich!

Trotz widriger Wetterverhältnisse stellten sich mehr als 2300 Radsportler der Herausforderung.

Unter den 260 gemeldeten Damen stehen die Vorjahressiegerin Katrin Engelen, die 2-fache Ötztaler Radmarathon Siegerin Laila Orenos und noch weitere Top-Fahrerinnen in der Startliste.

Mit dem Wissen, dass mir die Strecke hinauf zum Fuschertörl liegt, ging ich voll motiviert ins Rennen.

Bei strömenden Regen fuhr das Feld in recht moderatem Tempo nach Fusch. Am Beginn der Steigung zischte auch schon die Titelverteidigerin an mir vorbei. Die Frage mitgehen oder nicht hatte sich innerhalb einer Zehntel-Sekunde erledigt. Es war nicht zu denken dieses extrem hohe Anfangstempo mitzugehen. Ich ließ mich aber nicht aus der Ruhe bringen und blieb meinem Rhythmus treu.

„Wo ist Laila?“ fragte ich mich kurz und wartete, dass sie jeden Augenblick von hinten heranbraust. Nach der Mautstelle hatte ich etwas zu kämpfen, um in den ersten, sehr steilen Kehren meinen Tritt zu finden. Es dauerte aber nicht lange und mein Gefühl wurde von Meter zu Meter besser. Weiter oben angekommen, riskierte ich mal einen Blick zurück um zu schauen ob sich nicht doch noch eine Konkurrentin herankämpft. Hinter mir niemand zu sehen und vor mir tauchte leider auch keine Dame mehr auf. Trotzdem versuchte ich nicht locker zu lassen, denn ich wollte mir schließlich den Klassensieg sichern. Dann endlich, das Fuschertörl ist schon zu sehen und je weiter ich nach oben kam umso lauter wurden die Anfeuerungsrufe der Zuschauer. Einfach immer wieder eine geniale Stimmung da oben. Die letzten Meter konnte ich noch voll durchziehen und erreichte nach 01:37:06 Stunden vor Spela Skrajnar (SLO) und Laila Orenos (SUI) als erste Dame meiner Altersklasse das Ziel.

In der Damen Gesamtwertung reichte es hinter einer überragenden Christina Rausch und der Vorjahressiegerin Katrin Engelen noch für den Platz 3.

Ein Rennen, das nicht ganz so leicht von der Hand ging, aber trotzdem mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis endete. 

2. Platz im Eiskanal

Foto: Walter Andre

Ein Bergzeitfahren der etwas anderen Art fand auch heuer wieder im Eiskanal von Igls statt.

1,1 Kilometer und 130 Höhenmeter galt es in der Bobbahn von Igls zu bewältigen. Das kürzeste aber für mich wohl intensivste Rennen der Saison.

Bei strömenden Regen wurde ich mit Startnummer 3 ins Rennen geschickt. Vorsichtig tastete ich mich die rutschige Bahn nach oben. Nicht mit zuviel Druck in den Wiegetritt wechseln war angesagt, um ein Durchrutschen des Hinterrades zu vermeiden.

Es fühlte sich nicht wirklich gut an!

 

Trotz der schwierigen Bedingungen konnte ich mit 03:58 Minuten meine persönliche Bestzeit knacken, musste mich aber um 1,5 Sekunden geschlagen geben und landete auf Platz 2.

 

Entscheidung im Zielsprint - 2. Platz beim Amade

146 Kilometer und 2200 Höhenmeter waren auch dieses Jahr beim Amade Radmarathon in Radstadt zu bewältigen. Anders als in den letzten Jahren wartete traumhaftes Wetter auf uns.

Ich freute mich richtig auf das Rennen.

Schon am ersten Berg machte Daniela Pintarelli ordentlich Druck und somit war das Duell um den Sieg auf der langen Strecke eröffnet.

Nach der ersten Kampfansage hieß es in der Abfahrt kurz durchatmen, denn der zweite Anstieg folgte gleich im Anschluss. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre durfte ich nicht zu rasant in diese Steigung reingehen, da er im mittleren Teil doch eine Steigung mit mehr als 10% aufweißt. Ich konzentrierte mich voll auf mich. Somit ergab sich eine Lücke von ca. 50 Metern zu Daniela, was mich aber nicht im geringste beunruhigte. Mit jedem Meter spürte ich, dass meine Beine lockerer wurden, der Abstand nach vorne blieb gleich und so konnte ich im steilsten Stück des Anstieges ohne Probleme wieder auf die Führende aufschließen. Aufgrund der weiteren, hügeligen Streckenführung war klar, dass sich bis zum  Schlussanstieg nicht mehr viel ändern wird. Gemeinsam mit 10-12 Männern brachten wir diesen Abschnitt, bei zwischendurch recht starkem Wind, gut hinter uns. Auch am Schlussanstieg wurde das Tempo von Daniela Pintarelli wieder rasant erhöht. Ich fühlte mich hervorragend und ließ mich nicht abschütteln. Nach taktischen letzten Kilometern deutete alles auf einen Zielsprint hin.

Die Spannung in unserer Gruppe baute sich immer mehr auf. Ich wollte als erste in die Zielkurve einbiegen und die kleine Rampe vor dem Ziel als erste hochschießen. Natürlich hatte Dani das gleich Vorhaben und konnte es auch besser umsetzen. Im Anstieg noch am Hinterrad der ersten Dame ist es mir leider nicht mehr gelungen an ihr vorbeizufahren und musste mich mit knapp zwei Sekunden Rückstand mit Platz 2 zufrieden geben.

Es war ein geniales Rennen mit sehr intensiven Phasen und ein deutliches Zeichen, dass meine Form stimmt.     

Regenschlacht in Salzburg - 1. Platz

Der Vita Club Radmarathon findet heuer das erste Mal nicht wie gewohnt Ende April statt, sondern Mitte Mai. Der Grund der Verschiebung war das nicht allzu gute Wetter in den letzten Jahren. Der Veranstalter erhoffte sich zu diesem Zeitpunkt wärmere Temperaturen. Leider war genau das Gegenteil der Fall.

Bei 5 Grad und Regen fiel um 09:00 Uhr der Startschuss. 118 Kilometer und 1400 Höhenmeter standen an diesem Pfingstsonntag am Programm. Am ersten Anstieg hieß es wieder Zähne zusammenbeißen und voll durchdrücken. Schließlich will ich für die restliche, hügelige Strecke eine schnelle Gruppe haben. Nach einigen Minuten des Leidens formierte sich eine 20-25 Mann starke Gruppe. Ich blickte mich um, ob auch eine weitere Dame dabei ist. „Nein, niemand konnte mir folgen!“ Das Wetter war zwar nicht wirklich einladend um einen Radmarathon zu fahren. Die niedrigen Temperaturen machten mir aber keine Schwierigkeiten. Ich hatte sehr gute Beine und konnte die Gruppe ohne Probleme halten. Die letzten 40 Minuten setzte starker Regen mit Wind ein. - Es war richtig kalt!  Aber mit dem Ziel vor Augen meistere ich die letzten Kilometer noch souverän und kam nach 03:22:56 Stunden als erste Dame in Salzburg an und durfte mich über meinen dritten Sieg beim Vita Club Radmarathon freuen. 

Imster Radmarathon - 2. Platz AK

Mit dem 1. Imster Radmarathon stand heuer eine neue Veranstaltung in meinem Rennkalender.

Die Strecke war 100 Kilometer lang und mit zwei Anstiegen waren 1400 Höhenmeter zu bewältigen. Das wird wohl ein recht kurzes aber sehr intensives Frühjahrsrennen.

Beim Blick in die Startliste war dann gleich klar, dass mit einer gemütlichen Muttertagsausfahrt nichts wird. Mit Daniela Pintarelli, Monika Dietl und Alexandra Hober, eine mir unbekannte Fahrerin aus Südtirol, waren absolute Top-Fahrerinnen am Start.

 

Bereits um 07:30 Uhr wurden wir bei traumhaften Bedingungen auf die Strecke geschickt. Nach einer neutralisierten Runde durch Imst, wartete nach ein paar Kilometer auch schon der Holzleitensattel auf uns. Ich konnte das hohe Tempo von Daniela und Alexandra knapp nicht halten und kam mit einem Rückstand von ca. 30 Sekunden am Holzleitensattel an. Dank einer motivierten Männergruppe ist es uns nach wenigen Kilometer gelungen auf die Führenden der Damenwertung aufzuschließen. Der flache Abschnitt im Inntal wurde in sehr moderatem Tempo absolviert. Vorbei an der Area47 führte der Marathon hinauf ins Pitztal. Der am Anfang sehr unrhythmische Anstieg verlangte mir alles ab. Kurze steile Rampen und dann wieder eine kleine Zwischenabfahrt und das ganze wieder und wieder. Auch hier das gleiche Spiel wie am ersten Pass. Ich konnte mit den zwei sehr starken Damen nicht mithalten und hatte auch in der Abfahrt und im Flachstück zurück nach Imst keine Chance wieder aufzuschließen.

Nach 02:47:18 Std. erreichte ich hinter Alexandra Hober und Daniela Pintarelli als 3. Dame der Gesamtwertung und als 2. Dame meiner Altersklasse das Ziel. Für mich war es ein optimales Vorbereitungsrennen um an meiner Tempohärte zu arbeiten, freue mich aber trotzdem schon auf etwas längere Herausforderungen.

 

Es war ein perfekt organisierter Radmarathon mit unglaublich guter Absicherung der Strecke. Großes Kompliment an den Veranstalter! 

Sieg bei der Ring Attacke

Das erste Rennen der Saison 2016 stand heuer in der Steiermark am Programm. Auch die 2. Auflage der Ring Attacke wird über 25 Runden im GP-Modus ausgetragen, d.h. wenn der erste Fahrer die 25 Runden absolviert hat, ist auch für die restlichen Teilnehmer das Rennen zu Ende.

Die 4,3 Kilometer lange Schleife ist mit einem sehr giftigen Anstieg gespickt und mit 80 Höhenmeter alles andere als einfach.

Um 13:30 Uhr wurde das Rennen mit einer gemütlichen, neutralisierten Runde eröffnet.

Ich hatte zwei Varianten zur Gestaltung des Rennverlaufs im Kopf. Die offensive Taktik, so lange wie möglich in der Spitzengruppe der Männer mitzukämpfen, hatte sich nach vier Runden bereits erledigt. Das extrem hohe Anfangstempo war für mich einfach nicht zu halten und somit musste ich und auch die zweite Dame im Spitzenfeld, Evelyn Zipper, die Gruppe ziehen lassen. Voll am Limit hieß es jetzt mal ein bisschen runter kommen und das Rennen neu aufbauen. Somit kam für mich Plan B zum Einsatz. Gemeinsam mit Evelyn ging es in etwas angenehmerem Tempo auf die nächsten Runden. Ich versuchte mich zu schonen und wartete auf die Überrundung des Spitzenfeldes. Als das Führungsfahrzeug mit einem Spitzenfahrer heranbrauste, wusste ich, dass das Hauptfeld jeden Moment kommen muss. Schnell noch ein Gel, etwas trinken und im vorderen Bereich meiner Gruppe bleiben war die Divise. Das Rennen war nun gut eine Stunde im Gange und ich fühlte mich von Minute zu Minute besser. „Perfekt, ich bin bereit für die schnellere Gruppe!“ Schließlich gelang es mir nach ein paar Runden mit rasantem Tempo mich von meiner Verfolgerin abzusetzen. Mit 8-10 Männern konnte ich gute Rundenzeiten fahren, den Vorsprung vergrößern und bis ins Ziel halten.

Somit durfte ich mich bereits beim Saisonauftakt über den ersten Sieg für mein neues Team „BikeZeit by Stephan Mattersberger“ freuen.

BikeZeit neuer Materialsponsor!

Ab 2016 werde ich für BikeZeit by Stephan Mattersberger an den Start gehen. 

 

Das Team um Stephan Mattersberger gibt mir die Möglichkeit in die Materie des Bikefittings einzutauchen, mich noch intensiver mit dem Material auseinanderzusetzen und meine Erfahrungen an interessierte Radsportfans weiterzugeben. Ich freue mich auf neue Impulse, eine gute Zusammenarbeit und möchte mich für das Vertrauen bedanken.

 

 

Vielen Dank an das gesamte Team von Steinbach Bike für die einzigartige Unterstützung in den letzten Jahren. Ohne Euch wären diese Erfolge nicht möglich gewesen!

2016 - Das Jahr der ganz besonderen Herausforderungen!

 

 

Nach der sehr erfogreichen Saison 2015 ist die Motivation für den kommenden Sommer riesig.

Schon im Herbst standen für mich die Höhepunkte für 2016 fest.

Die Vorbereitungen laufen organisatorisch wie sportlich hervorragend, der Fokus ist voll auf meine Ziele gerichtet und ich freu mich jetzt schon auf ein Jahr mit ganz besonderen Herausforderungen.

 

 

 

 

Ende Juni steht wieder das RATA - Race across the Alps mit 535 Kilometern und 14500 Höhenmetern am Programm. Nach meiner erfolgreichen Teilnahme 2014 möchte ich dieses Jahr die gesammelten Erfahrungen nutzen und meine Zeit verbessern.

 

Der zweite Saisonhöhepunkt geht unter dem Motto "Ötztaler Radmarathon 9+1" über die Bühne.

Ab dem 19.08.2016 werde ich jeden Tag einen Ötztaler Radmarathon bestreiten. Die zehnte und letzte Runde findet am Tag des Ötztaler Radmarathons, am 28.08.2016, statt. Insgesamt also 2380 Kilometer und 55000 Höhenmeter in zehn Tagen. 

 

Beide Projekte sind organisasatorisch wie finanziell sehr aufwendig und wären ohne die großartige Unterstützung meiner Sponsoren, meiner Familie und meiner Freunde nicht umsetztbar.

Vielen Dank!

Ich freue mich auf einen spannende Saison 2016.

Sieg beim Bergzeitfahren

Das traditionelle Bergzeitfahren von Stadl a. d. Mur auf die Flattnitz war für mich auch heuer der Abschluss im Rennkalender. Für mich immer ein sehr schöner Ausklang der Wettkampfperiode, da ich bei diesem Rennen schon im Hauptschulalter am Start war.

Die Strecke führte über 14,5 Kilometer und 450 Höhenmeter. Am Anfang leicht ansteigend bis zum 500 Meter langen Steilstück mit mehr als 10 Prozent und die letzten Kilometer wieder nicht allzu steil ins Ziel.

Um 11:15 Uhr rollte ich von der Startrampe. Vor mir starteten auch dieses Jahr wieder einige Mountainbiker, somit tauchte immer wieder ein Fahrer oder eine Fahrerin vor mir auf. Für einen regelmäßigen Motivationsschub war also gesorgt. Die ersten Kilometer konnte ich gleich einen guten Rhythmus finden. Ich freute mich aber auf den steilen Abschnitt, weil ich laut meinen Erfahrungen in den letzten Jahren dort noch besser in Schwung kommen. Angefeuert von zahlreichen Zusehern und Rückenwindverhältnissen kam ich nach dieser Rampe, wie erhofft, so richtig in Fahrt. Auf den letzten Kilometern bis ins Ziel konnte ich noch mal alles aus mir rausholen und kam mit einer Zeit von 31:42 Minuten auf der Flattnitz an.

 

Somit konnte ich die Damenwertung knapp mit 6 Sekunden Vorsprung vor Evelyne Zipper und Lorraine Dettmer gewinnen und meinen eigenen Streckenrekord wieder verbessern. 

Sieg beim Endura Alpentraum

Nachdem ich beim Ötztaler Radmarathon ein Top-Ergebnis einfahren konnte, wollte ich meine gute Form auch noch beim Endura Alpentraum unter Beweis stellen. Ein Radmarathon von Sonthofen im Allgäu bis Sulden am Ortler. 252 Kilometer und 6000 Höhenmeter mit sechs Alpenpässe waren zu bezwingen. Um 06:30 Uhr fiel in Sonthofen der Startschuss. Geschlossen, mit mäßigem Tempo, rollte das Feld über das Oberjoch bis zum ersten langen Pass, dem Hahntennjoch. Ich ging recht zügig in den Berg um im anschließenden Flachstück nach Landeck eine schnelle Gruppe zu haben.

Mit der Pillerhöhe wartete eine kurze aber steile Rampe auf uns. Die Männergruppe mit der ich den Abschnitt bis Landeck absolvierte verabschiedete sich gleich zu Beginn des Anstieges.

Ich beschloss diesen Berg nicht allzu schnell anzugehen, weil ich die hügeligen Kilometer nach Martina nicht, so wie im letzten Jahr, auf Anschlag fahren wollte. Im Vorjahr war mir die Gruppe einfach zu schnell, jeder Hügel wurde voll durchgedrückt und das kostete mir einiges an Kraft. Heuer kämpfte ich gemeinsam mit vier Fahrern gegen den extrem starken Gegenwind. Die vier Burschen wechselten sich super in der Führungsarbeit ab. Das Tempo war für mich im Windschatten perfekt, das Fahren im Wind reduzierte ich aber auf ein Minimum. Ich fühlte mich sehr gut und freute mich auf die sehr schön zu fahrenden Norbertshöhe. Richtung Reschenpass herrschte dann wieder sehr starker Gegenwind, bei einigen Fahrern lagen die Nerven schon blank. Am Vorabend hatte ich im Radio schon gehört, dass es am Samstag föhnig werden wird und der Wind eine entscheidende Rolle spielen wird. Der Föhnwind wirbelte uns um die Ohren, es war laut und extrem hart vorwärts zu kommen. Trotzdem ist es mir gelungen die Situation anzunehmen und nicht gegen den Sturm anzukämpfen. Über den Reschenpass hatte ich dann wieder das Glück eine größere Gruppe zu haben und kam dadurch ohne Probleme im Münstertal an.

Nun ging es über den Umbrailpass auf das Stilfserjoch. Obwohl ich schon deutlich merkte, dass ich schon sieben Stunden am Rad sitze, konnte ich gleich meinen Rhythmus finden und die äußeren Umstände, wie den Wind und den starken Verkehr gut ausblenden. Die Passhöhe am Stilfserjoch war in eine dünne Schneeschicht gehüllt, die Temperaturen nur mehr knapp über Null und eine lange Abfahrt wartet auf uns. Schnell was anziehen und ab nach unten. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens eine echte Herausforderung. Ich wusste aber, dass mir keine Dame auf den Fersen war und bewältigte die Abfahrt stressfrei. 

Endlich, die Abzweigung nach Sulden!

Ich merkte schon in der Abfahrt, dass ich dringend etwas essen muss. Mein Körper fühlte sich zittrig an, jegliche Spannung habe ich wohl oben am Stilfserjoch vergessen. Ein Stopp bei der letzten Labestation und bei meinen Betreuern sicherte mir das Durchkommen. Ein Käsebrot, drei Stück Kuchen, zwei Becher Cola, ein Gel und die motivierenden Worte meine Leute brachten meinen Körper schnell wieder auf Touren. Rauf aufs Rad und ab ins Ziel!

Die letzten 8 Kilometer hinauf nach Sulden fuhr ich in Begleitung der Rennleitung wieder ohne Probleme und kam nach 10:32 Stunden mit einem Vorsprung von 38 Minuten auf die Zweitplatzierte als Gesamtsiegerin ins Ziel.

Ein extrem harter Tag, der aufgrund der hervorragenden Betreuung durch Mama, Chrie und Ralph erfolgreich endete. – Danke für den unermüdlichen Einsatz!  

2. Platz beim Ötztaler Radmarathon - 08:02:55 Std.

Endlich ist es soweit!

Mein 2. Saisonhöhepunkt, der Ötztaler Radmarathon, stand auch heuer am letzten Sonntag im August am Programm.

Die Vorfreude war riesig, die Vorbereitung verlief hervorragend und die Form scheint zu passen. Ich wusste, dass an diesem Sonntag alles passen muss um auf das heiß begehrte Ötztaler-Podium zu fahren. Das extrem starke Damenfeld sorgte für einen zusätzlichen Motivationsschub bei mir.

Mein Fokus war voll auf eine persönliche Bestzeit gerichtet, dann müsste die Platzierung auch passen.

Foto: www.oetztaler-radmarathon.com

Um 06:45 Uhr wurden wir bei Traumwetter auf die 238 Kilometer lange, mit 5500 Höhenmetern gespickte Strecke geschickt. Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch waren zu bezwingen.

Die ersten Kilometer nach Ötz verliefen nicht ganz so ruhig wie in den letzten Jahren, darum musste ich auf den ersten Kilometern Richtung Kühtai Gas geben um auf meine stärksten Konkurrentinnen aufzuschließen. Schon nach wenigen Kilometern konnte ich vier sehr starke Damen einholen und das Tempo etwas zurücknehmen. Nur die Vorjahressiegerin Laila Orenos bekam ich das ganze Rennen über nicht zu Gesicht.

 

Ich fühlte mich sehr gut und freute mich auf die rasante Abfahrt vom Kühtai - Max. Speed 104 km/h!

Von Innsbruck auf den Brenner hatte ich eine sehr langsame Gruppe. Ich nutzte diese Phase um gut zu essen und viel zu trinken, um für die letzten zwei Pässe fit zu bleiben. Gleich am Beginn des Anstieges zum Jaufenpass konnten Daniela Pintarelli und ich das Tempo erhöhen und uns vom restlichen Damenfeld absetzten. Alles lief perfekt, es machte richtig Spaß mit Dani um die Podestplätze zu kämpfen.

Voll konzentriert stützten wir uns in die schwierige Abfahrt vom Jaufenpass. Zügig ohne Kopf und Kragen zu riskieren lautete die Devise. Mit jeder Kehre die wir nach unten kamen, stiegen auch die Temperaturen an. Bei über 30 Grad wartete der fast 30 Kilometer lange Anstieg auf das Timmelsjoch auf uns. Knapp 1800 Höhenmeter am Stück waren zu bewältigen. Kurz nach St. Leonhard machte sich dann auch schon der erste Krampf im Oberschenkel bemerkbar. Naja, bei der Hitze nicht anders zu erwarten. Einfach locker weiter kurbeln, nicht beunruhigen lassen. Alles halb so schlimm.

Wenige Kilometer vor Moos bemerkte ich, dass Daniela nicht mehr an meinem Hinterrad war. Ich fuhr meinen Rhythmus weiter, das Tempo fühlte sich gut an und ich konnte mir gut vorstellen diesen Tritt bis auf die Passhöhe durchzuhalten.

Kein Blick zurück, vollste Konzentration auf mich. Nur ich, mein Steinbach Bike und immer wieder die Anfeuerungsrufe vom Straßenrand. Es war einfach ein außergewöhnliches Gefühl. Ich zweifelte keine Sekunde daran diesen zweiten Platz ins Ziel zu bekommen.

Immer wieder kündigten sich Krämpfe an, die ich alle recht schnell wieder los wurde. Bevor es in die lang ersehnte Abfahrt nach Sölden ging, hieß es noch mal alle Kräfte mobilisieren, um die letzten Kehren vom Timmlesjoch und den Gegenanstieg zur Mautstelle so schnell wie möglich hinter mich zu bringen.

Das Ortschild von Sölden, Gänsehaut pur, sicherheitshalber ein Blick zurück, niemand zu sehen und jetzt einfach die einzigartige Stimmung bei der Zieleinfahrt genießen. Nach unglaublichen 08:02:55 Stunden erreichte ich hinter der überragenden Schweizerin Laila Orenos und vor Daniela Pintarelli als zweite Dame das Ziel in Sölden. 

 

Ein riesiges Dankeschön an meine Betreuer, Mama, Chrie und Ralph am Kühtai, Ingrid am Brenner, Ludwig und dem Team Forchheim by Fitline am Jaufenpass, Julia am Timmelsjoch, den unzähligen Helfern vom Ötztaler Radmarathon und an alle die auf der Strecke und im Ziel zur gewaltigen Stimmung beigetragen haben.

4. Kitzbüheler Radmarathon

Unter dem Motto „Ausfahrt unter Freunden“ fand auch 2015 der Kitzbüheler Radmarathon statt.

256 Kilometer und 5600 Höhenmeter standen am Programm.

Von Kitzbühel über den Pass Thurn zum Felbertauern, wo schon der Bus für die Tunneldurchfahrt wartete, weiter nach Lienz, über den Iselsberg zum Großglockner und über Leogang zurück nach Kitzbühel. Zum Abschluss hieß es noch den schwierigen Anstieg zum Kitzbüheler Horn zu bewältigen.

Also die optimale Vorbereitung für den Ötztaler Radmarathon.

 

Zur Belohnung gab es beim Alpenhaus Kitzbüheler Horn wieder herrlich kühle Getränke und reichlich zu essen.

Vielen Dank an Martin Comploi für die Organisation, den Betreuern auf der Strecke und der Fam. Reisch vom Alpenhaus für den netten Empfang.

Es war wieder ein absoluter Genusstag!

Sieg bei der Kelchsau Classic

Das Bergrennen von Hopfgarten in die Kelchsau zum Gasthof Moderstock war auch heuer wieder ein Pflichttermin in meinem Rennkalender.

Das Rennen wird vom Biketeam Treppenfüchse immer bestens organisiert und zog wieder über 100 Radfahrer/innen an.

Da ich erst am Vortag von meinem Höhentrainingslager in Livigno zurückgekommen bin, waren schnelle, spritzige Beine wohl nicht zu erwarten. Ich freute mich aber total, nach fast vier Wochen, wieder ein Rennen zu fahren.

Nicht allzu schnell mit wenigen Attacken rollten wir bis zum ersten kurzen Anstieg, wo auch die Bergwertung auszumachen war. Wie erwartet, kam mir dieser Abschnitt heuer etwas steiler vor.

Ich konnte mir die Bergwertung aber sichern.

Im anschließenden Flachstück war noch mal eine Gelegenheit um durchzuatmen, bevor es die letzten vier Kilometer leicht ansteigend ins Ziel ging. Es war mir Gott sei Dank keine Dame auf den Fersen und so fuhr ich diesen Abschnitt in gleichmäßigem Tempo und erreichte als erste Dame das Ziel beim Gasthof Moderstock.

Höhentraining im Hotel Lac Salin in Livigno

Team vom Hotel Lac Salin

Auch dieses Jahr hatte ich in Livigno wieder die Möglichkeit drei Wochen lang auf 1800 Meter Seehöhe zu trainieren.

 

Ich hatte perfekte Bedingungen auf allen Ebenen. Pässe, soweit das Auge reicht, perfektes Wetter und ein traumhaftes Hotel. 

 

Vielen Dank an Matteo Giacomelli für die sensationelle Unterstützung und an das gesamte Team für die einzigartige Betreuung!

 

www.hotel-lacsalin.it

Ö3 Glockner Challenge – Bergläufer gegen Radfahrer

Foto: Hitradio Ö3/Walter Dunger

KEINE GNADE FÜR DIE WADE!

 

Berglauf - 12,5km/1300hm:

Markus Hohenwarter

 

Radstrecke - 21km/1300hm:

10 Radfahrer/innnen

 

Video zur Challenge:

https://www.youtube.com/watch?v=m0LkVgmuouI

Erlebnisbericht von Julia – die jüngste Schlachtenbummlerin

 

 

Schon am Donnerstag hab ich irgendetwas von einer Wette „Bergläufer gegen Radfahrer“ im Radio gehört. Der schnellste Bergläufer Österreichs, Markus Hohenwarter, behauptet schneller am Großglockner zu sein als fünf von zehn Radfahrern. „Ganz schön verrückt was sich die „Großen“ da so einfallen lassen!“ dachte ich.

Ein paar Stunden später hatten Mama und Papa auch noch die Idee sich diese Aktion live anzuschauen, weil Nadja eine sehr gute Freundin meiner Mutter eine der zehn Radfahrer/innen ist. Ich habe Nadja letzte Woche kennengelernt, bin echt gespannt ob sie das schafft.

Foto: Hitradio Ö3/Walter Dunger

Heute packten mich meine Eltern schon sehr früh ins Auto und wir starteten nach Heiligenblut am Großglockner. Um halb 7 erreichten wir unser Ziel in Kärnten.

Acht Männer und zwei Damen im selben Trikot laufen nervös hin und her, der eine groß, der andere etwas kleiner, der nächste mit glatt rasierten Waden und einige rechnen wohl mit eisigen Temperaturen, wenn ich mir die Beinbehaarung so ansehe. Eine sehr interessante und lustige Truppe!

Der große, sehr schlanke Bursche mit den dünnsten Waden muss wohl der Bergläufer sein. Puuuhhh, sieht schnell aus!

Nach ein paar Worten mit Nadja verabschiedeten wir sie Richtung Start und wünschten Ihr viel Glück. 

Um 06:59 Uhr hieß es dann für alle Zähne zusammenbeißen und kämpfen. Nach einer Zusatzrunde im Ort bogen die zehn Radfahrer auf die Glocknerstraße ab. Nadja und noch zwei Männer können sich gleich vom Rest des Feldes absetzen. Sieht ziemlich anstrengend aus, ich glaub der Wind macht die Sache auch nicht leichter so wie die ihre Gesichter verziehen. Bin ich froh, dass ich im warmen Auto sitzen kann. Ich wollte eigentlich noch ein wenig schlafen, aber die Geschichte ist so spannend, dass ich immer wieder schauen muss wie sich das Rennen entwickelt. Mittlerweile haben sich Manuel und Nadja alleine an die Spitze gesetzt. Echt cool, ich glaub das geht sich aus! Manuel, der junge Kärntner unterstützt Nadja optimal und feuert sie immer wieder lautstark an. Ich glaub die sind echt am Limit, zumindest Nadja sieht schon recht abgekämpft aus.

Nur noch wenige Meter dann haben sie es geschafft! Manuel (01:10:35 Std.) kommt als erster im Ziel auf der Kaiser-Franz-Josephs-Höhe am Großglockner an, dicht gefolgt von Nadja (01:11:05 Std.) und nur wenig später erreicht auch Simon (01:13:20 Std.) das Ziel.

Nicht zu fassen, nur einen Wimpernschlag später taucht auch schon Markus, der Bergläufer im Ziel auf. Langsam aber sicher rollen die übrigen Radfahrer mit einem breiten Lächeln über die Ziellinie. So anstrengend kann das doch gar nicht gewesen sein, so wie die alle strahlen!

 

Das war vielleicht spannend, aber jetzt freu ich mich auf die Autofahrt und ein ausgedehntes Schläfchen.

Gänsehautfeeling am Kitzbüheler Horn – 2. Platz

Bereits zum neunten Mal fand heuer die Kitzhorn Challenge im Rahmen der Österreich Rundfahrt statt. Um die 800 Hobbysportler wagten sich auf den steilsten Radberg Österreichs.

Bei traumhaftem Wetter fiel um 12 Uhr der Startschuss in der Vorderstadt von Kitzbühel. Nach den ersten neutralisierten Kilometern wurde das Rennen am Fuße des Horns freigegeben. Simone Käferböck, für mich die Topfavoritin auf den Sieg, ging ca. 15 Sekunden vor mir in den Anstieg. Ich konnte den Abstand bis zur Goingeralm ungefähr halten, verlor aber im steilsten Stück doch noch einige Sekunden. Schon das Alpenhaus im Auge bemerkte ich, dass mir eine weitere Dame dicht auf den Fersen war. Nun hieß es noch mal alle Kräfte mobilisieren und die letzten 500 Meter voll durchziehen sonst ist der 2. Platz weg. Dank der zahlreichen Zuseher und der einzigartigen Stimmung konnte ich, wie im vergangenen Jahr hinter Simone Käferböck den 2. Platz erreichen.

 

Das absolute Highlight des Tages bildete die Bergankunft der Profis. Mehrere tausend Zuseher verwandelten das Gelände rund um das Alpenhaus in einen Hexenkessel. – Genial!

Sieg in den Nockbergen

Wenn ich Kärnten Radmarathon höre, werden bei mir sehr schöne Erinnerungen wach. Nicht nur die traumhafte Landschaft in den Nockbergen und um den Millstätter See lassen mein Herz höher schlagen, auch an 2011 und mein heiß umkämpften Sieg gegen Karin Gruber lassen den Puls steigen.

Damals war ich die „Jägerin“ und heute, so scheint es, bin ich die „Gejagte“. Lorraine Dettmer und Evelyne Zipper sind in einer bestechenden Form und werden dafür sorgen, dass ich nicht viel von der schönen Landschaft mitbekomme.

Bei strahlendem Sonnenschein wurden wir um 07:30 Uhr auf die 106 Kilometer lange mit 2150 Höhenmetern gespickte Runde geschickt. Nach den ersten flachen und gemütlichen Kilometern ging es dann gleich richtig los. Mit hoher Intensität fuhr ich bis zur Mautstelle, musste aber etwas Tempo rausnehmen. Lorraine nutze meine Entscheidung aus und setzte sich von mir ab. Bei mir lief es noch nicht ganz rund, war immer noch auf der Suche nach meinem Rhythmus. Egal, nicht auf die anderen schauen und ruhig weiterfahren. Etwa nach 50 Minuten Fahrzeit konnte auch Evelyne auf mich aufschließen. Ab diesem Zeitpunkt wurde mein Gefühl immer besser, Evelyne war hinter mir und am zweiten Anstieg merkte ich, dass der Abstand zu Lorraine auch kleiner wird. Ich versuchte aber nicht mit letzter Kraft aufzuschließen, da eine schnelle Abfahrt und ein langes Flachstück folgten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann ich in diesem Streckenabschnitt auf die Führende auffahren. In Seeboden war es dann soweit.

Lorraine sagte: „Ich wusste es!“

Mein Antwort: „Ich auch!“

Ein kurzes Lachen und nun wieder vollste Konzentration.

Ich freute mich schon richtig auf den 6 Kilometer langen Schlussanstieg. Nach der Ortsdurchfahrt von Radenthein drückte ich voll drauf und konnte mich gleich von meiner Konkurrentin absetzen. Es lief hervorragend, die Lücke wurde immer größer aber ich versuchte nicht nachzulassen. Endlich die Ortstafel von Bad Kleinkirchheim, ständig blickte ich zurück um mich zu vergewissern, dass niemand nachkommt. Noch die letzte leicht ansteigende lange Gerade und dann ist es geschafft. Mit einer Zeit von 03:26:33 Std. konnte ich meinen dritten Sieg beim Kärnten Radmarathon einfahren. 

Sieg bei der Tour de Suisse Challenge 

Die Königsetappe der Tour de Suisse führte 2015 nach Tirol auf den Rettenbachferner Gletscher im Ötztal.

Bevor die Profis den schwierigen Anstieg in Angriff nahmen, bestand für ambitionierte Hobby-Radler die Möglichkeit an der Tour de Suisse Challenge teilzunehmen.

Gestartet wurde bei der Area 47 am Beginn des Ötztals. Am Rettenbachferner, nach 51 Kilometern und 2150 Höhenmetern, befand sich das Ziel umgeben von der atemberaubenden Ötztaler Gletscherwelt. 

Die leicht ansteigenden, mit mehreren kurzen Hügeln gespickten ersten Kilometer nach Sölden gelang es mir die Spitzengruppe zu halten. Nachdem wir am Ortsende von Sölden auf die Gletscherstraße abbogen, konnte ich ruhig in den steilen Anstieg starten, da keine weitere Dame in meinem Pulk war. Ich fand schnell meinen Rhythmus, immer wieder ein Blick zurück, niemand zu sehen. Nach der Mautstelle eine nicht enden wollende Gerade und bereits der Blick auf den Gletscher. Da ich die Strecke nicht kannte, versuchte ich schön gleichmäßig zu fahren. - Wer weiß was noch kommt!

Dann aber schon die 3 Kilometer Marke, die zahlreichen Kehren machten die Auffahrt zum vollen Genuss.

Nach 02:19:44 Stunden erreichte ich als erste Dame das Ziel am Rettenbachferner und konnte mir mit diesem Sieg einen kostenlosen Startplatz für den Ötztaler Radmarathon 2016 sichern.

Danke an Ötztal Tourismus und Oliver Schwarz!

 

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© Nadja Prieling - Radsportlerin aus Leidenschaft